VIP Medienfond 4: Ergebnis der Gesellschafterversammlung des VIP Medienfond 4

Vom Garantiefonds zum Wackelkandidaten

Die neue Geschäftsführung entgeht auf der Gesellschafterversammlung des VIP Medienfonds 4 am 13.12.2007 nur knapp einem Desaster. Zunächst weigern sich die Anleger dem neuen Geschäftsführer Peter Riedel das eingeforderte Vertrauen entgegenzubringen. Schließlich setzen die Anleger einen neuen Anlegerbeirat ein, der die Geschäfte kontrollieren soll.

In seinem Bericht der Geschäftsführung unter dem Titel „Chance aus der Krise“ stellte Peter Riedel ausführlich und wortgewandt die momentane  Situation des Fonds dar. Er pochte auf Werte. Mit „Effizienz, Kompetenz, und Transparents“ will er verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Gerüchten hinter ihm stünde der frühere – fisch aus der U-Haft gegen Kaution entlassene – Geschäftsführer Andreas Schmidt weist er entschieden von sich. Auch Schmidt ist bei der Veranstaltung anwesend, er lacht ist gut gelaunt und klatscht nach Riedels Vortrag heftig Beifall. Wie er in einem Interview der Welt mitteilte, hätte er den Anlegern gerne seine Sicht der Dinge selbst mitgeteilt. Offensichtlich hat ihm die Geschäftsführung aber kein Rederecht eingeräumt.

Riedel ist es letztlich nicht recht gelungen, das Vertrauen der Anleger auf seine Seite zu bringen. In der anschließenden Befragung durch die Anleger wurde sein Vortrag mit den realistischen Zahlen weiter relativiert. Auf Nachfrage räumte Herr Riedel ein, dass fast 30% des eingezahlten Kapitals – selbst bei positiver Zukunftsprognose bis 2014 – verloren sind. Das bedeutet, dass für die Anleger Verluste von mindestens 60 Millionen Euro und damit fast 30 Prozent des in den “Garantiefond” eingezahlten Kapitals eintreten. Andernfalls  können die Verlust noch deutlich höher ausfallen. Hierbei sind die steuerlichen Verluste der einzelnen Anleger durch die Aberkennung des Fondskonzepts nicht mit eingerechnet. Riedel räumt ein, dass die Verluste noch sehr viel höher ausfallen könnten – ein solches Szenario sei aber „unrealistisch“.

Für Rechtsanwalt Knud J. Steffan, der Kanzlei  Justus Rechtsanwälte und Steuerberater, die eine Vielzahl von VIP Anlegern auf der Gesellschafterversammlung vertreten hat, wird bestätigt, “dass neben den weggebrochenen steuerlichen Verlußtzuschreibungen sich nun auch die prospektierte Garantie von 115 % als unrichtig und irreführend erweißt. Ein weiteres Festhalten an dem Fond ist nicht mehr zu empfehlen”.
 
Ausführliche Informationen und weitere Hintergründe erhalten unsere Mandanten in einem Rundschreiben zu diesem Thema.

Anleger des VIP Medienfond 4 müssen jetzt handeln!

Die Schadenersatzansprüche gegen die Commerzbank AG u.a. verjähren zumindest teilweise nach drei Jahren ab Beitrittserklärung, so dass die Ansprüche Ende 2007 verjährt wären. Die Fondgesellschaft sowie die als Berater fungierende Commerzbank AG haben im Einvernehmen mit den Anlegerschutzkanzleien eine  bis zum 30.06.2008 befristete Verjährungsverzichtserklärung abgegeben.

Anleger des VIP Medienfond 4 raten wir daher dringend – soweot noch nicht geschehen – sofort verjährungshemmende Maßnahmen zu ergreifen. Dies kann z.B. auch zunächst und bis zur Deckungszusage einer Rechtsschutzverssicherung durch Einleitung eines vergleichsweise kostengünstigen Schiedsgerichtsverfahrens geschehen.
Ferner kann in bestimmten Fällen – soweit die Voraussetzungen hierfür vorliegen – ein Erfolgshonorar vereinbart werden.
In jedem Fall sollte sich der Anleger vor Verjährungssablauf den Rechtsrat eines auf die Besonderheiten des VIP Medienfonds spezialisierten Rechtssanwaltes einholen. 

Ansprechpartner:

Knud J. Steffan
Rechtsanwalt

JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56

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Medienfonds und Filmfonds

Mit Hilfe von Medienfonds sollen Film- und Fernsehproduktionen bei der Finanzierung unterstützt werden. Bekannt sind vor allem KGAL oder Hannover Leasing. Was grundsätzlich wie eine rentable und auch allgemeinnützige Anlageform aussieht, stellte sich jedoch in der Praxis oft als Risikogeschäft für den Anleger heraus, auch wenn einige der finanzierten Filme sich zu Kassenschlagern entwickelten.

Das Wesen der Medienfonds

In der Sache werden die Medienfonds als geschlossene Fonds vermarktet, der potentielle Anleger kann eine Beteiligung also nur während eines bestimmten Zeitraums zeichnen. Als Anreiz für die Beteiligung wird er dann am Einspielergebnis beteiligt. Die Medienfonds werden meist in der Rechtsform der GmbH & Co KG betrieben; dies führt dazu, dass im Falle der Insolvenz des Fonds eine Haftung für Einlageverluste schwierig zu realisieren ist, da die Gesellschafter der GmbH als diejenigen, die maßgeblich das Geschäft des Fonds gesteuert haben, persönlich nicht haften müssen.

Medienfonds als angebliches Steuersparmodell

Grund für eine Beteiligung an Medienfonds war in der Vergangenheit auch häufig eine steuerliche Besonderheit in Deutschland: es konnten im ersten Jahr der Beteiligung bis zu 100 % der Einlage steuerlich berücksichtigt werden. Diese Möglichkeit wurde 2005 durch eine Gesetzesnovelle beseitigt. Bereits seit 2001 wurde die steuerliche Vergünstigung nach dem so genannten Medienerlass des Bundesfinanzministeriums nur gewährt, wenn die Gesellschafter des Fonds als „Filmhersteller“ gelten konnten, sie auf die Produktion des Films also maßgeblichen Einfluss ausübten. Dies war insbesondere dann problematisch, wenn nur einmal jährlich eine Anlegerversammlung stattfand, bei der eine allgemeine Information über die Filmprojekte gegeben wurde. Auch die Vertretung durch einen Beirat zu diesem Zweck konnte die Steuervergünstigung nur dann herbeiführen, wenn sich darin Fachkundige aus der Film- und Fernsehbranche befanden.

Risiken bei Medienfonds

Allerdings war auch die Beteiligung an den Medienfonds an sich für viele Anleger risikoreich: schließlich handelt es sich um einen Geschäftsbereich, in dem der normale Anleger kaum Erfahrung besitzt, er die Qualität und den Erfolg der produzierten Filme also kaum bewerten kann.
Auch ergaben sich durch die veränderten Möglichkeiten zur steuerlichen Geltendmachung vielfach Nachteile für die Anleger; diese wurden oftmals explizit mit dem Versprechen der Steuerersparnis zur Beteiligung am Fonds verleitet. Nach Änderung der Steuerpraxis folgten dann Nachforderungen durch die Finanzämter. Teilweise wurden die Kunden trotz Kenntnis des Fondsanbieters nicht über diesen Sachverhalt aufgeklärt oder Fondsprospekte falsch gestaltet, so dass es für diese möglich ist, sich von den Fonds zu lösen. Allerdings besteht diese Möglichkeit im Regelfall nur dann, wenn die Vermittler des Filmfonds die maßgeblichen Fakten auch tatsächlich kannten.

Inzwischen sind Medienfonds als Anlage aus den genannten Gründen wohl nicht mehr attraktiv.

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Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Stephanie Schulze
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte
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