Sparkassen: Zinsnachzahlung bei S-Prämiensparen-flexibel

Betroffen sind S-Prämiensparen-flexibel

Sparkassen haben schon in der Vergangenheit, da ihnen der Bonuszins zu teuer war, die rentablen Sparverträge S-Prämiensparen-flexibel gekündigt.

Beworben wurden diese Sparverträge insbesondere zur Altersvorsorge, da sie normalerweise geringe anfängliche Zinsen und Boni,  später jedoch hoch anwachsende jährliche Boni bis zur Höhe von 50 % der jeweiligen Sparzahlungen ab dem 15. Jahr vorsahen.

Wie auch den Bausparkassen hinsichtlich der Bausparverträge, sind den Sparkassen auch solche Sparverträge angesichts einer Niedrigzinsphase zu viel geworden.

Sparkassen sollen den Zinnsatz nicht ordnungsgemäß angegeben haben

Laut der Verbraucherzentrale Sachen hat die Sparkasse nicht nur Verträge gekündigt sondern auch zur Laufzeit zu wenig Zinsen gezahlt. Neben dem Bonuszins besitzen die Sparverträge außerdem noch einen variablen Sparzins, welchen die Sparkasse selbst angeben konnte. Durch welche Methoden und zu welchem Zeitpunkt dieser Sparzins an den Markt abgepasst werden musst, steht nirgendwo fest geschrieben.

BGH zu den Regeln der Zinsanpassung 

Rechtsstreitigkeiten über die Zinsanpassung gibt es schon seit vielen Jahren. Schon seit 2004 kritisiert der BGH den generellen Umgang der Sparkassen mit der Veröffentlichung von Zinsen (Az. XI ZR 140/03). Damals stellte er fest, dass es rechtswidrig sei, dass Banken den Zinssatz nach freiem Befinden ändern können. Es müssen Kriterien und feste Regeln für die Berechnung der Zinsen vorhanden sein um diese nachvollziehen zu können.

Der BGH sah schon damals die Gefahr, dass die Sparkasse die Zinsen zum eigenen Vorteil ändere.

In seinem Urteil vom 14.03.2017 (Az. XI ZR 508/15) begründet der BGH die Unwirksamkeit einer solchen Klausel damit, dass die Verbraucher nicht nachvollziehen können, wie sich die Zinsen ändern.

Die Sparkassen haben daraufhin intern unterschiedliche Regeln für die Anpassung des Sparzinses festgelegt. Alle Kriterien welche die Zinsanpassung regeln haben allein gemeinsam, dass sie verbraucherunfreundlich sind.

Verbraucherunfreundliche Regelungen beim S-Prämiensparen-flexibel

Bei den S-Prämiensparen-flexibel wurde das anfängliche Verhältnis zwischen dem Sparzins und dem Marktzins nicht eingehalten. Außerdem wurden kurzfristige Einlagen für die Berechnungen mitbenutzt, obwohl es sich bei den Verträgen um Langzeit-Sparverträge handelt. Somit kann der fallende Zins schneller berücksichtigt werden, zum Nachteil der Kunden der Bank.

Wenn Sie betroffen sind, sollten Sie Ihre Bank auffordern die Verträge neu zu berechnen. Nachforderung können laut Prognosen bis zu  7.000 EUR reichen.

Lesen Sie HIER mehr zur Kündigung von Prämiensparverträge der Sparkassen

Justus rät:

Betroffene Sparer sollten ihre Bank auffordern, die Sparverträge innerhalb eines Monats neu abzurechnen.

Wenden Sie sich diesbezüglich an unsere Fachanwälte, damit wir Sie über weitere vorzunehmende Schritte beraten können.

Füllen Sie dafür unser Kontaktformular aus oder rufen Sie uns einfach an.

Ansprechpartner:
Stefanie Saßning
Rechtsanwältin
E-Mail: Sassning@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56
Wolfgang Kapitza
Assessor jur. und Bankkaufmann (IHK)
E-Mail: Justus@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56
Grit Rahn
Rechtsanwältin
E-Mail: Rahn@kanzleimitte.de

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Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
E-Mail: Steffan@kanzleimitte.de

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Knud J. Steffan, 
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