Insolvenz der Göttinger Gruppe/ Securenta AG: Insolvenzverwalter Knöpfel legt Amt nieder, Prof. Rattunde übernimmt

Der Rechtsanwalt Prof. Rattunde aus Berlin ist auf der Gläubigerversammlung in Göttingen vom 25.03.2008 zum Insolvenzverwalter über das Vermögen der Securenta AG gewählt worden.

In einem Anschreiben an die Kanzlei Justus Rechtsanwälte teilt der Insolvenzverwalter nicht die Auffassung seines Vorgängers hinsichtlich der Behandlung der über 100.000 Anleger als nachrangige Gläubiger. Geschädigte Anleger werden – soweit Sie ihre Forderungen begründet und ordnungsgemäß anmelden – als Insolvenzgläubiger gemäß § 38 Insolvenzordnung aufgenommen.

Entgegen der Ansicht der Anlegerkanzlei Justus Rechtsanwälte und Steuerberater betonte der ehemalige Insolvenzverwalter Knöpfel immer wieder in Rundschreiben, dass die geschädigten Anleger keine Insolvenzgläubiger seien, ihre Forderungen nicht in die Insolvenztabelle aufgenommen und dass die Anleger durch die Insolvenzanmeldung ihre steuerlichen Vorteile verlieren würden.

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg:
Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat am 20.06.2007 aufgrund eines Eigenantrages der Gesellschaften das Insolvenzverfahren über das Vermögen der:

Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co Kommanditgesellschaft auf Aktien (Az.: 36g IN 2620/07)
Interpart GmbH (Az.: 36i IN 2724/07)
GöZIT Zentrum für Informations-Technologie GmbH (Az.: 36g IN 2713/07)

wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde für alle drei Gesellschaften der Berliner Rechtsanwalt Rolf Rattunde eingesetzt.
Der Insolvenzantrag der Göttinger Gruppe wurde deshalb in Berlin gestellt, da das Unternehmen kurz zuvor den Hauptsitz seiner wirtschaftlichen Tätigkeit von Göttingen nach Berlin verlagert hatte.

Insolvenzantrag beim Amtsgericht Göttingen:
Anfang Juni 2007 stellten ehemalige eigene Anwälte der Securenta AG beim Amtsgericht Göttingen Antrag auf Feststellung der Zahlungsunfähigkeit der Securenta AG.
Das Amtsgericht Göttingen eröffnete nun am 14.06.2007 unter dem Az.: 74 IN 222/07 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Securenta AG. Als Insolvenzverwalter wurde der Steuerberater Peter Knöpfel bestimmt. Nunmehr Rechtsanwalt Rolf Rattunde.
Die Insolvenzforderungen sind bis zum 30.09.2008 schriftlich beim Insolvenzverwalter einzureichen. Für den 22.07.2008 ist die nächste Gläubigerversammlung terminiert. Ein Prüfungstermin für die angemeldeten Gläubigerforderungen steht noch nicht fest und wir frühestens Ende 2008 stattfinden.

– Behandlung der Anleger im Insolvenzverfahren:
Geschädigte Anleger können also ihre titulierten oder nicht titulierten Schadenersatzforderungen, Forderungen aus Auseinandersetzungsguthaben bis zum 30.09.2008 anmelden und in die Insolvenztabelle aufnehmen lassen. Die Berechtigung der ordnungsgemäß angemeldeten Forderung wird dann im Prüfungstermin durch den Insolvenzverwalter festgestellt oder bestritten werden.

– Lohnt sich die Forderungsanmeldung?
Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass die Anleger der Göttinger Gruppe und Securenta AG ihre Schadenersatzforderungen – soweit sie begründet sind – anmelden sollten.
Ob zum Schlusstermin Masse zur Verteilung an die Insolvenzgläubiger da sein wird, ist nicht gesichert. Der Insolvenzverwalter Rattunde prüft noch, ob Vermögensverschiebungen vor Insolvenzeröffnung wieder rückgängig gemacht werden können.
Alle Anleger, Berater oder Insider, welche konkrete Kenntnis von Vermögensverschiebungen haben, sollten dies unserer Kanzlei oder dem Insolvenzverwalter selbst mitteilen.
Im Vorfeld der Gläubigervesammlung wurde eine Insolvenzquote von 10 % diskutiert. Bisher haben rund 30.000 Gläubiger über 400 Mio € Forderungen angemeldet.

Schadenersatzforderungen gegen die Göttinger Gruppe/ Secureta AG bestehen meißt aus Beratungspflichtverletzung. Der Anleger hat dann Anspruch auf Rückzahlung seiner Einlagen, Agio und Zinsen. Wir prüfen für Sie das Bestehen der Schadenersatzforderung und melden diese unter Beifügung der Begründung form- und fristgerecht an.

– Anleger sollten Schadenersatz gegen die Berater/Vermittler der Beteiligung bis Ende 2008 geltend machen:
Der Schadenersatzanspruch aus Beratungspflichtverletzung richtet sich sowohl gegen die Göttinger Gruppe/ Securenta AG als auch gegen den Berater/Vermittler selbst. Anleger sollten daher den durch die unrichtige oder unterlassene Beratung erlittenen Schaden auch gegen den Berater geltend machen. Dies ist auch im Einzelfall anzuraten, da eine Anmeldung zur Insolvenztabelle – soweit Masse zur Verteilung vorhanden ist – immer nur einen Bruchteil des Schadens ersetzen kann. Der Restschaden kann und sollte vom Berater eingefordert werden. Hier muss allerdings genau geprüft werden, ob der Anspruch verjährt ist. Die Altfälle verjähren drei Jahre nach Kenntnis von den den Anspruch begründenden Umständen.  Dies wird nach Auffassung der Kanzlei Justus spätestens Ende 2005 sein, da für die Kenntnis auf die einschlägige Rechtsprechung des BGH im Jahre 2005 abgestellt werden kann.
Wir prüfen für Sie, ob der Anspruch besteht, der Berater solvent ist und der Anspruch noch nicht verjährt ist.

Wir weisen darauf hin, dass Gläubiger ihre Forderungen auch noch nachträglich und bis zum Schlusstermin bei dem zuständigen Insolvenzverwalter angemelden lassen können. Soweit Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, werden die Kosten der Anmeldung meißt übernommen.

Bei der form- und fristgerechten Forderungssanmeldung sowie bei der Durchsetzung von Gläubigerinteressen verteten wir mehrere hundert Anleger.

Für die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und den wesentlichen Unterlagen zu. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von 95,20 €. Gern können Sie sich auch unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden.

Lesen Sie hier alle weiteren Artikel zur Insolvenz der Göttinger Gruppe und Securenta AG !

JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56

E-mail: Steffan@kanzleimitte.de

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Achtung:  Kenntnisunabhängige Verjährung im Bankrecht und Anlagerecht Ende 2011 für alle Anleger, die vor 2002 gezeichnet haben. 
Lesen Sie mehr dazu hier:
Verjährung und Schlichtung von Altfällen zum 31.12.2011


Die Pleite der Göttinger Gruppe ist der größte Fall von Anlagebetrug in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Etwa 270.000 Anleger hatten dem Konzern mehr als eine Milliarde Euro für ihre Altersvorsorge anvertraut. Sie wollten mit der "Securente" eine sichere Investition tätigen. In Wirklichkeit aber wurde ihr Geld verpulvert oder floss in Provisionen und unternehmerische Beteiligungen, die floppten.

Im Sommer 2007 eröffnete das Amtsgericht Göttingen das Insolvenzverfahren gegen die Göttinger Gruppe und Securenta AG. Laut dem Insolvenzverwalter Prof. Dr. Rattunde (Schreiben an die Kanzlei Justus Rechtsanwälte aus März 2011) können die geprellten Sparer höchstens auf eine Rückzahlung von zwei oder drei Prozent ihrer Anlagebeträge hoffen. Die ehemaligen Vorstände, die vor der Pleite einen teils luxuriösen Lebenswandel führten, sind - zumindest auf dem Papier - mittellos.

Nunmehr versenden wieder Anlegerschutzvereine Anwaltsrundschreiben an alle Anlager der insolventen Göttinger Gruppe / Securenta AG und behaupten Erfolgsaussichten von Schadenersatzklagen gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dies nachdem dieselben Kanzleien nach Presseberichten schon mit teuren "Massenklagen" gegen die Vorstände gescheitert sind.

JUSTUS rät:
Lassen Sie ihre Ansprüche einzelfallbezogen durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht prüfen und sich schriftlich das Prozesskostenrisiko für eine Klage mitteilen, bevor Sie eine Vollmacht oder Mitgliedschaft unterschreiben.