Insolvenzverfahren Securenta/ Göttinger Gruppe, Anfechtungsklagen und Steuerbescheide

Berlin, 5.07.2011: Insolvenzverfahren Securenta/ Göttinger Gruppe, Anfechtungsklagen und
Steuerbescheide des Finazamt Göttingen

Aufgrund zahlreicher Anfragen unserer Mandantschaft haben wir dem zuständigen Insolvenzverwalter Prof. Dr. Rattunde nachgefragt und können hierüber nach ausführlicher Auskunft des Insolvenzverwalters das Folgende berichten:

Anmeldung von Forderungen gegen die Securenta AG und Göttinger Gruppe:
Die rund 821 Mio € Forderungen, die Gläubiger angemeldet haben, werden vom Insolvenzverwalter geprüft und entweder anerkannt oder bestritten. Schadeneratzforderung von Anlegern der Göttinger Gruppe aus Falschberatung oder sogar vorsätzlicher Täuschung werden unter Umständen nur zu einem Teil anerkannt. Allerdings wird der Insolvenzverwalter die Prüfung dieser Ansprüche in absehbarer Zeit nicht vornehmen, da ggf. abzuziehende Steuervorteile noch nicht durch die Finanzämter festgestellt sind.

Steuerliche Behandlung der Einzahlungen:
Derzeit werden von dem FA Göttingen massenhaft Steuerbescheide gefertigt, die eine steuerliche Abzugsfähigkeit der Einzahlungen verneint. Es wird angeraten gegen diese Bescheide zunächst form- und fristgerecht Einspruch einzulegen und sich durch einen versierten Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Erfolgsaussichten für einen steuerlichen Abzug sind hier nach Auffassung der Kanzlei Justus Rechtsanwälte & Steuerberater gegeben.

Quote für die Gläubiger:
Da insgesamt ca. 37.000 Gläubiger Forderungen in Höhe von insgesamt mehr als 821 Mio € zur Insolvenztabelle angemeldet haben ist zum Ende des Verfahrens für die einfachen Insolvenzgläubiger mit einer Quote höchstens im einstelligen Prozentbereich zu rechnen. Ein Ende des Insolvenzverfahrens ist nach Einschätzung des Insolvenzverwalters noch nicht absehbar.

Insolvenzmasse:
Der umfangreiche Immobilienbesitz der Securenta AG / Göttinger Gruppe konnte bislang zu einem Teil verkauft werden, so z.B. die Immobilie in der Pacelliallee in Berlin. Andere müssen wohl zwangsversteigert werden.
Nach Mitteilung des Insolvenzverwalters konnte dieser aus Anfechtungsansprüchen bislang etwa 13,3 Mio € vereinnahmen.

Anfechtungsklagen des Insolvenzverwalters gegen Anleger der Securenta AG:
In den vergangenen Monaten wurden Anfechtungsansprüche gegen Anleger der Securenta AG in großem Umfang geltend gemacht.
Neben den aus Anfechtungsansprüchen bislang zur Masse gezogenen etwa 13,3 Mio €, werden in tausenden von Klagen weitere Anfechtungsansprüche gegen Anleger der Securenta AG im Volumen von ca. 6,4 Mio € geltend gemacht, da hier Verjährung der vermeintlichen Ansprüche droht. Ob diese Klagen gegen die ehemaligen Gesellschafter Erfolg haben wird in Musterverfahren geklärt.

Anleger sollten sich in Vorfeld und für die Rechtsverteidigung gegen Anfechtungsansprüche unbedingt fachanwaltlichen Rat einholen, da auch individuelle Ansprüche wie z.B. die Verjährung greifen können.

Für die Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und wesentlichen Unterlagen, zu. Gern können Sie uns auch unverbindlich eine Email zusenden oder anrufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansprechpartner:

Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56
justus@kanzleimitte.de

Please follow and like us:

Mehr zum Thema

GÖTTINGER GRUPPE - SECURENTA14

Achtung:  Kenntnisunabhängige Verjährung im Bankrecht und Anlagerecht Ende 2011 für alle Anleger, die vor 2002 gezeichnet haben. 
Lesen Sie mehr dazu hier:
Verjährung und Schlichtung von Altfällen zum 31.12.2011


Die Pleite der Göttinger Gruppe ist der größte Fall von Anlagebetrug in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Etwa 270.000 Anleger hatten dem Konzern mehr als eine Milliarde Euro für ihre Altersvorsorge anvertraut. Sie wollten mit der "Securente" eine sichere Investition tätigen. In Wirklichkeit aber wurde ihr Geld verpulvert oder floss in Provisionen und unternehmerische Beteiligungen, die floppten.

Im Sommer 2007 eröffnete das Amtsgericht Göttingen das Insolvenzverfahren gegen die Göttinger Gruppe und Securenta AG. Laut dem Insolvenzverwalter Prof. Dr. Rattunde (Schreiben an die Kanzlei Justus Rechtsanwälte aus März 2011) können die geprellten Sparer höchstens auf eine Rückzahlung von zwei oder drei Prozent ihrer Anlagebeträge hoffen. Die ehemaligen Vorstände, die vor der Pleite einen teils luxuriösen Lebenswandel führten, sind - zumindest auf dem Papier - mittellos.

Nunmehr versenden wieder Anlegerschutzvereine Anwaltsrundschreiben an alle Anlager der insolventen Göttinger Gruppe / Securenta AG und behaupten Erfolgsaussichten von Schadenersatzklagen gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dies nachdem dieselben Kanzleien nach Presseberichten schon mit teuren "Massenklagen" gegen die Vorstände gescheitert sind.

JUSTUS rät:
Lassen Sie ihre Ansprüche einzelfallbezogen durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht prüfen und sich schriftlich das Prozesskostenrisiko für eine Klage mitteilen, bevor Sie eine Vollmacht oder Mitgliedschaft unterschreiben.