Hannover Leasing, KGAL, LHI: Anlegern von Medienfonds drohen Steuernachzahlungen

Anlegern von Medienfonds, KGAL, LHI, Hannover Leasing, u.a. drohen erhebliche Steuernachzahlungen durch Wegfall von anfänglichen Verlusten

Anleger können Schadenersatzansprüche geltend machen!

Fondinitiatoren: Hannover Leasing, KGAL, LHI
Fonds: LINOVO, KALEDO, MACRON, MONSTRANUS, MEDIASTREAM, MMDP, MEDIA, MFF, UNLS und MHF

Das Grundkonzept der Steuerersparnis bei Film- und Medienfonds
Bisher war die Investition in Medienfonds vor allem unter dem Gesichtspunkt der Steuerersparnis sehr beliebt. Ein Anleger zahlt Eigenkapital in den Fonds ein und finanziert den übrigen Anteil durch ein Bankdarlehen. Der Fonds investiert dann die Geldsumme in ein Medienprojekt, bei dem in den ersten Jahren der Produktion erhebliche Verluste gemacht werden, die der Anleger von seinem zu versteuernden Einkommen abziehen kann.

Jahrelang waren Medienfonds, wie Hannover Leasing, KGAL und LHI aufgrund ihrer extrem hohen Steuervorteile zu Beginn des Beteiligungsverhältnisses sehr beliebt. Nicht selten konnten die Anleger fast 100% der Beteiligungssumme als steuerlichen Anfangsverlust geltend machen. Bei einem entsprechenden Höchststeuersatz konnten somit bereits im ersten Jahr Steuervorteile von mehr als 50% der Beteiligungssumme erreicht werden.

Seit Ende März 2009 hat die bayerische Finanzverwaltung gegenüber den Medienfonds zu verstehen gegeben, dass die anfänglichen Steuervorteile weitgehend aberkannt werden sollen.
Betroffen sind vor allem die von der Hannover Leasing, KGAL und LHI initiierten Fonds: LINOVO, KALEDO, MACRON, MONSTRANUS, MEDIASTREAM, MMDP, MEDIA, MFF, UNLS und MHF.
Die Finanzverwaltung geht jetzt davon aus, dass sämtliche Schuldübernahmeverträge von Medienfonds, bei denen die Zahlungsverpflichtungen aus dem Lizenzvertrag durch eine Bank schuldbefreiend übernommen wurden, als so genannte "abstrakte Schuldversprechen" zu werten sind. Diese Behandlung wird im Ergebnis zu einem Wegfall von anfänglichen steuerlichen Verlusten in größerem Umfang und damit zu erheblichen Einkommenssteuernachzahlungen sowie Zinszahlungen für die betroffenen Anleger führen.

Zinsforderungen
Den betroffenen Anlegern drohen durch diese Änderungen extreme Auswirkungen. Die anfänglichen Verlustzuweisungen von bis zu 100% der Anlagesumme können sich auf unter 15 % reduzieren und damit Steuernachzahlungen auslösen. Diese müssen auch noch mit 6% pro Jahr verzinst werden. Die Konsequenz ist, dass in Kürze mit immensen Steuernachforderungen an den Anleger gerechnet werden muss und sowohl die Gewerbesteuer als auch die Zinszahlungen für die Fondsgesellschaften steigen. So kommen neben den Steuernachzahlungen auch Zinsforderungen in erheblicher Höhe hinzu. Hat also ein Anleger im Jahr 2004 eine Summe von 15.000 € an Steuervorteilen sparen können, so kommt auf ihn eine Zinsbelastung von etwa 5.000 € zu.
Auf diese Risiken wurde in den meisten Fällen seitens der Fondsgesellschaften, wie die schon aufgeführten Hannover Leasing, KGAL und LHI, nicht oder nicht ausreichend hingewiesen.

Schadensersatzansprüche
Betroffene Anleger können ihre Schadensersatzansprüche zum einen gegen die Initiatoren dieser Fonds im Wege der Prospekthaftung geltend machen. Zum anderen können sich Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung gegen den Anlageberater richten, wenn dieser die rechtliche Absicherung steuerlicher Vorteile zugesichert hat ohne auf die mit der Beteiligung einhergehenden Risiken und Provisionszahlungen hinzuweisen, gerade wenn als Schlüsselargument für die Zeichnung einer Kapitalanlage die Geltendmachung von Steuervorteilen herangezogen wird, so muss der Anleger auf bestehende Unsicherheiten und die negativen Folgen einer Aberkennung der Steuervorteile ausdrücklich und deutlich hingewiesen werden. Wenn dies nicht passiert, bestehen Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen.

Achtung Verjährung!
Anleger der genannten Film- und Medienfonds, durch Hannover Leasing, KGAL und LHI initiiert: LINOVO, KALEDO, MACRON, MONSTRANUS, MEDIASTREAM, MMDP, MEDIA, MFF, UNLS und MHF, müssen schnell handeln, da die Verjährung ihrer Ansprüche zum Ende des Jahres im Einzelfall auch schon früher droht.
Wann die Verjährung eintritt, muss im Einzelfall durch einen im Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt geprüft werden, da es im Kapitalanlagerecht eine Vielzahl von kurzen Sonderverjährungsvorschriften gibt, die teilweise auch auf die Kenntnis des Anlegers von dem Bestehen der Schadenersatzansprüche abstellen.

Für die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und den wesentlichen Unterlagen zu. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von 95,20 €. Gern können Sie sich auch unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden.

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Knud J. Steffan

JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56

E-mail: Justus@kanzleimitte.de

 

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Medienfonds und Filmfonds

Mit Hilfe von Medienfonds sollen Film- und Fernsehproduktionen bei der Finanzierung unterstützt werden. Bekannt sind vor allem KGAL oder Hannover Leasing. Was grundsätzlich wie eine rentable und auch allgemeinnützige Anlageform aussieht, stellte sich jedoch in der Praxis oft als Risikogeschäft für den Anleger heraus, auch wenn einige der finanzierten Filme sich zu Kassenschlagern entwickelten.

Das Wesen der Medienfonds

In der Sache werden die Medienfonds als geschlossene Fonds vermarktet, der potentielle Anleger kann eine Beteiligung also nur während eines bestimmten Zeitraums zeichnen. Als Anreiz für die Beteiligung wird er dann am Einspielergebnis beteiligt. Die Medienfonds werden meist in der Rechtsform der GmbH & Co KG betrieben; dies führt dazu, dass im Falle der Insolvenz des Fonds eine Haftung für Einlageverluste schwierig zu realisieren ist, da die Gesellschafter der GmbH als diejenigen, die maßgeblich das Geschäft des Fonds gesteuert haben, persönlich nicht haften müssen.

Medienfonds als angebliches Steuersparmodell

Grund für eine Beteiligung an Medienfonds war in der Vergangenheit auch häufig eine steuerliche Besonderheit in Deutschland: es konnten im ersten Jahr der Beteiligung bis zu 100 % der Einlage steuerlich berücksichtigt werden. Diese Möglichkeit wurde 2005 durch eine Gesetzesnovelle beseitigt. Bereits seit 2001 wurde die steuerliche Vergünstigung nach dem so genannten Medienerlass des Bundesfinanzministeriums nur gewährt, wenn die Gesellschafter des Fonds als „Filmhersteller“ gelten konnten, sie auf die Produktion des Films also maßgeblichen Einfluss ausübten. Dies war insbesondere dann problematisch, wenn nur einmal jährlich eine Anlegerversammlung stattfand, bei der eine allgemeine Information über die Filmprojekte gegeben wurde. Auch die Vertretung durch einen Beirat zu diesem Zweck konnte die Steuervergünstigung nur dann herbeiführen, wenn sich darin Fachkundige aus der Film- und Fernsehbranche befanden.

Risiken bei Medienfonds

Allerdings war auch die Beteiligung an den Medienfonds an sich für viele Anleger risikoreich: schließlich handelt es sich um einen Geschäftsbereich, in dem der normale Anleger kaum Erfahrung besitzt, er die Qualität und den Erfolg der produzierten Filme also kaum bewerten kann.
Auch ergaben sich durch die veränderten Möglichkeiten zur steuerlichen Geltendmachung vielfach Nachteile für die Anleger; diese wurden oftmals explizit mit dem Versprechen der Steuerersparnis zur Beteiligung am Fonds verleitet. Nach Änderung der Steuerpraxis folgten dann Nachforderungen durch die Finanzämter. Teilweise wurden die Kunden trotz Kenntnis des Fondsanbieters nicht über diesen Sachverhalt aufgeklärt oder Fondsprospekte falsch gestaltet, so dass es für diese möglich ist, sich von den Fonds zu lösen. Allerdings besteht diese Möglichkeit im Regelfall nur dann, wenn die Vermittler des Filmfonds die maßgeblichen Fakten auch tatsächlich kannten.

Inzwischen sind Medienfonds als Anlage aus den genannten Gründen wohl nicht mehr attraktiv.

Für Informationen oder die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, füllen Sie einfach unverbindlich das
Kontaktformular aus.
Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von 80,- € inkl. MwSt. Gern können Sie sich auch zunächst per Email oder Telefon an uns wenden oder zurückrufen lassen.
Rufen sie gleich an und vereinbaren einen Termin: 030-44044966


Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Stephanie Schulze
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin