Lombard Classic – Insolvenzverwalter fordert Ausschüttungen zurück

Für ca. 5.000 Anleger die in die von der “Ersten Oderfelder Beteiligungsgesellschaft” angebotenen Beteiligungen am “LombardClassic 2” und “LombardClassic 3” investiert haben, wird es nun ernst. Der Insolvenzverwalter fordert jetzt Ausschüttungen zurück

Lombard Classic – Insolvenzverwalter fordert jetzt Ausschüttungen zurück.

Bereits am 02.01.2017 war das Insolvenzverfahren über das Vermögen der „Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG“ („Lombard Classic 2“) eröffnet worden (AG Chemnitz, 15 IN 840/16). Der Insolvenzverwalter Frank-Rüdiger Scheffler fordert nicht nur die von Lombard geleisteten Ausschüttungen, sondern auch die vor Insolvenzeröffnung zurückgeflossenen Einlagebeträge zurück.

Einwendungen gegen Rückforderung sind individuell zu prüfen!

Laut Insolvenzverwalter sei die „Lombardium-Gruppe“ seit 2013 als „Schneeballsystem“ betrieben worden und habe dadurch auch keine Gewinne mehr erwirtschaftet habe. Bei den ausbezahlten und nun angefochtenen Zahlungen handele es sich um „Scheingewinne“. Laut BGH seien diese gemäß §§ 129, 134 InsO anfechtbar und können so zurückgefordert werden.

Gegen eine begründete Anfechtung sollte sich jeder Anleger zur Wehr setzen um wenigstens eine Reduzierung der Forderung zu erreichen durch etwa den Einwand der Entreicherung, Erhalt der Scheingewinne, Wiederanlage oder Aufrechnung mit Schadenersatzansprüchen. Dies ist jedoch bei jedem betroffenen Anleger individuell zu prüfen.

Auf den Einwand der Entreicherung können sich beispielsweise Anleger berufen, die erhaltene Ausschüttungen aus dem „Lombard Classic 2“ in eine neue Beteiligung am „Lombard Classic 3“ investiert haben.

Klicken Sie HIER für eine Übersicht der Lombard Classic.

Wie sollten Lombard Classic – Anleger nun reagieren?

Ob und wenn ja welche Möglichkeiten vorliegen, sich gegen den Anspruch des Insolvenzverwalters zu wehren, ist dabei stark vom Einzelfall abhängig. Darüber hinaus bestehen im Einzelfall weitere Möglichkeiten zur Schadloshaltung bzw. zur Minimierung des Schadens.

Schadensersatzansprüche prüfen:

Soweit Lombard Classic – Anleger durch einen Berater oder ein Beratungsunternehmen zur Beteiligung kamen, sollte überprüft werden, ob eine vollumfängliche Beratungsleistung stattfand. Gegebenenfalls können bei mangelhafter Beratung Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Daneben sollten Ansprüche gegen den Anlagevermittler geprüft werden, falls die Zeichnung der Kapitalanlage auf einer fehlerhaften Anlageempfehlung beruht, sowie Prospekthaftungsansprüche.

JUSTUS rät:

Auf keinen Fall sollte die Zahlungsaufforderung des Insolvenzverwalters ohne vorherige Prüfung durch einen in Insolvenzforderungen erfahrenen Rechtsanwalt erfüllt werden.  Da betroffene Anleger durch die Insolvenzgefahr außerdem gute Gründe und auch gute Chancen haben Schadensersatzansprüche geltend zu machen, sollten diese sich zeitnah von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen.

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Foto:© xeno_mas/pixabay.com

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