Filmfonds Kaledo und Montranus: Verjährung der Ansprüche droht zum 31. Dezember 2011!! Linovo, Macron, Hannover Leasing, KGAL, LHI

Filmfonds: Verjährung der Ansprüche droht zum 31. Dezember 2011!!

Betroffene Fonds: LINOVO, KALEDO, MACRON, Montranus, Mediastream, MMDP, MEDIA, MFF, UNLS, MHF, Equity Pictures AG, Apollo, Cinerenta, Vif Filmfonds und weitere von der Hannover Leasing, KGAL und LHI initiierte Fonds.
Der neuen Ansicht der bayerischen Finanzverwaltung zufolge sollen jahrelang gewährte Steuervorteile den Filmfonds-Anlegern nicht mehr zugute kommen, sodass auf Zeichner leasingähnlicher Medienbeteiligungen nun hohe Steuernachzahlungen zukommen. Davon betroffen sind vor allem die von der Hannover Leasing, KGAL und LHI initiierten Fonds: LINOVO, KALEDO, MACRON, Montranus, Mediastream, MMDP, MEDIA, MFF, UNLS und MHF sowie Equity Pictures AG, Apollo, Cinerenta und Vif Filmfonds.

Aberkennung von Steuervorteilen
Die Einkommenssteuerreferenten von Bund und Ländern beurteilen die Filmfonds steuerlich neu: die Schuldübernahme der Banken wird nun als abstraktes Schuldversprechen angesehen. Folge der neuen Bewertung der Schuldübernahme ist, dass die Fonds kein Ausfallrisiko zu tragen haben und daher keine Verlustzuweisungen an die Anleger weitergeleitet werden können. Die Tatsache, dass sich die Anleger auf die jahrelange Praxis der Finanzverwaltung verlassen haben und mit einer Änderung der rechtliche Bewertung der Schuldübernahmeverträge nicht rechnen konnten, spielt bei den Steuerrückforderungen keine Rolle.

Rückforderungsansprüche
Zwar geben viele Fonds an, sich gegen die Finanzverwaltung zu Wehr zu setzen, doch ist der Ausgang des Verfahrens sowohl ungewiss als auch sehr langwierig.
Für Anleger bietet sich vielmehr die Möglichkeit einer vollständigen Rückabwicklung der Fondsbeteiligung. Dabei kann zum einen auf eine fehlerhafte Beratung, zum anderen auf den fehlenden Hinweis zu Provisionszahlungen abgestellt werden. Medienfonds sind spekulative Anlagen, bei denen ein Totalverlust der Einlage möglich ist. Der Anlageberater ist daher verpflichtet im Beratungsgespräch nicht nur die Steuersparmöglichkeiten anzupreisen, sondern auch auf ein solches Risiko hinzuweisen. Auch besteht die Pflicht des Beraters, den Anlageinteressenten auf Rückvergütungen hinzuweisen, damit dieser den scheinbar selbstlosen Rat kritisch hinterfragen und seine Entscheidung nochmals überdenken kann.

Verjährung:
Hinsichtlich der Geltendmachung der Ansprüche besteht allerdings dringender Handlungsbedarf: Bei einigen Fonds läuft die kenntnisabhängige dreijährige Verjährungsfrist zum 31. Dezember 2011 aus!

Insbesondere bei KALEDO und Montranus droht die Verjährung.
Diese Anleger wurden teilweise von der Geschäftsführung über mögliche Steuernachzahlungen in 2007 und 2008 informiert.
Dies ist aber immer im Einzelfall zu prüfen!

Denbar ist auch, dass eine kenntnisabhängige Verjährun erst beginnen kann, wenn eine abschließende Entscheidung der Finanzgerichtsbarkeit über die steuerliche Anerkennung vorliegt.
Wir raten allerdings dazu, eine mögliche Verjährung zu verhindern und bis zu dieser Entscheidung zunächst ein Schlichtungsverfahren durchzuführen.

Für eine schnelle und kostengünstige Hemmung der Verjährung kommt ein Schlichtungsverfahren in Betracht, welches noch in diesem Jahr (31.12.2011) anhängig gemacht werden müsste!

Für die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und den wesentlichen Unterlagen zu. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von 95,20 €. Gern können Sie sich auch unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden.

Autorin:
Alexandra Kosacheva

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56
E-mail: Justus@kanzleimitte.de

Please follow and like us:

Mehr zum Thema

MEDIENFONDS76
medienfonds

Medienfonds und Filmfonds

Mit Hilfe von Medienfonds sollen Film- und Fernsehproduktionen bei der Finanzierung unterstützt werden. Bekannt sind vor allem KGAL oder Hannover Leasing. Was grundsätzlich wie eine rentable und auch allgemeinnützige Anlageform aussieht, stellte sich jedoch in der Praxis oft als Risikogeschäft für den Anleger heraus, auch wenn einige der finanzierten Filme sich zu Kassenschlagern entwickelten.

Das Wesen der Medienfonds

In der Sache werden die Medienfonds als geschlossene Fonds vermarktet, der potentielle Anleger kann eine Beteiligung also nur während eines bestimmten Zeitraums zeichnen. Als Anreiz für die Beteiligung wird er dann am Einspielergebnis beteiligt. Die Medienfonds werden meist in der Rechtsform der GmbH & Co KG betrieben; dies führt dazu, dass im Falle der Insolvenz des Fonds eine Haftung für Einlageverluste schwierig zu realisieren ist, da die Gesellschafter der GmbH als diejenigen, die maßgeblich das Geschäft des Fonds gesteuert haben, persönlich nicht haften müssen.

Medienfonds als angebliches Steuersparmodell

Grund für eine Beteiligung an Medienfonds war in der Vergangenheit auch häufig eine steuerliche Besonderheit in Deutschland: es konnten im ersten Jahr der Beteiligung bis zu 100 % der Einlage steuerlich berücksichtigt werden. Diese Möglichkeit wurde 2005 durch eine Gesetzesnovelle beseitigt. Bereits seit 2001 wurde die steuerliche Vergünstigung nach dem so genannten Medienerlass des Bundesfinanzministeriums nur gewährt, wenn die Gesellschafter des Fonds als „Filmhersteller“ gelten konnten, sie auf die Produktion des Films also maßgeblichen Einfluss ausübten. Dies war insbesondere dann problematisch, wenn nur einmal jährlich eine Anlegerversammlung stattfand, bei der eine allgemeine Information über die Filmprojekte gegeben wurde. Auch die Vertretung durch einen Beirat zu diesem Zweck konnte die Steuervergünstigung nur dann herbeiführen, wenn sich darin Fachkundige aus der Film- und Fernsehbranche befanden.

Risiken bei Medienfonds

Allerdings war auch die Beteiligung an den Medienfonds an sich für viele Anleger risikoreich: schließlich handelt es sich um einen Geschäftsbereich, in dem der normale Anleger kaum Erfahrung besitzt, er die Qualität und den Erfolg der produzierten Filme also kaum bewerten kann.
Auch ergaben sich durch die veränderten Möglichkeiten zur steuerlichen Geltendmachung vielfach Nachteile für die Anleger; diese wurden oftmals explizit mit dem Versprechen der Steuerersparnis zur Beteiligung am Fonds verleitet. Nach Änderung der Steuerpraxis folgten dann Nachforderungen durch die Finanzämter. Teilweise wurden die Kunden trotz Kenntnis des Fondsanbieters nicht über diesen Sachverhalt aufgeklärt oder Fondsprospekte falsch gestaltet, so dass es für diese möglich ist, sich von den Fonds zu lösen. Allerdings besteht diese Möglichkeit im Regelfall nur dann, wenn die Vermittler des Filmfonds die maßgeblichen Fakten auch tatsächlich kannten.

Inzwischen sind Medienfonds als Anlage aus den genannten Gründen wohl nicht mehr attraktiv.

Für Informationen oder die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, füllen Sie einfach unverbindlich das
Kontaktformular aus.
Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von 80,- € inkl. MwSt. Gern können Sie sich auch zunächst per Email oder Telefon an uns wenden oder zurückrufen lassen.
Rufen sie gleich an und vereinbaren einen Termin: 030-44044966


Ansprechpartner:
Rechtsanwältin Stephanie Schulze
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin