Urteil pro BWF-Stiftung – Anleger

Urteil zugunsten von Anlegern der BWF-Stiftung

Landgericht Dortmund vom 10.02.2017 (noch nicht rechtskräftig)
Bereits in einem Artikel vom 24.01.2017 machten wir darauf aufmerksam, dass man Schadensersatzansprüche gegen Vermittler der BWF-Stiftung geltend machen sollte. Nun hat das Landgericht Dortmund diesen Standpunkt mit ihrer Entscheidung vom 10.02.2017 unterstrichen (vgl. Az. 3 O 140/16).

Die BWF-Stiftung  preiste sich selbst dadurch, dass sie in Berlin knapp 4 Tonnen Gold lagerte. Knapp 6000 Anleger investierten insgesamt 54 Mio. Euro in die BWF-Stiftung.

Vermittler der BWF-Stiftung können in Anspruch genommen werden
Das Landgericht Dortmund verurteilte einen Vermittler der BWF-Stiftung zu 80.000,00,- € Schadensersatz aufgrund einer Verletzung der Aufklärungspflicht im Verhältnis zum Anleger. Begründet wurde die Pflichtverletzung dadurch, dass der Vermittler bei der Beratung des Anlegers nicht über den Punkt aufklärte, dass das Anlagemodell der BWF-Stiftung (Golderwerb) ein verbotenes Eigengeschäft darstellt, welches gegen die Vorschriften des Kreditwesensgesetz verstößt und nachteilige Auswirkungen auf die Anleger haben kann. Ein durchschnittlicher Vermittler hätte jedoch, auch aufgrund der Strafandrohung des § 54 I Nr. 2 Kreditwesengesetz, feststellen müssen, dass hier eine Erlaubnispflicht des Anlagemodells der BWF-Stiftung  nicht vorliegt.
Grundsätzlich gilt, dass jeder Anlageberater die von ihm angebotenen Geschäftsmodelle selbst überprüfen muss. Dies umfasst auch, dass er ein verbotenes Eigengeschäft erkennen muss und auch demzufolge nicht am Markt anpreisen darf.

Entscheidung kann vielen Anlegern helfen
Das Urteil kann vielen Anlegern auf dem Weg zur Rückerlangung der vermeintlich verloren gegangenen Investitionen behilflich sein. Regelmäßig haben Anlageberater die potentiellen Anleger über die fehlende Erlaubnis der Emittentin nicht aufgeklärt. Eben dies ist jedoch – nach der Rechtsprechung des Landgerichts Dortmund  – zwingend notwendig. Der Aufklärungsfehler begründet regelmäßig einen Schadensersatzanspruch für den Anleger gegen den Vermittler. Die Rechtsfolge eines solchen Schadensersatzanspruchs ist, dass der Anleger so gestellt werden muss, wie wenn er gar nicht den Vertrag unterzeichnet hätte. Somit ist eine vollständige Erlangung der Investition möglich.


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Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56
E-mail: Justus @ kanzleimitte.de

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Ansprechpartner:


Enrico Weide, Rechtsanwalt
Susanne Störmer, Rechtsanwältin
Stephanie Schulze, Rechtsanwältin
Knud J. Steffan, 
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht