SAM AG – dubioser Forderungskauf angeboten

SAM AG – dubioser Forderungskauf angeboten
SAM Swiss Management Group AG

Die Schweizer SAM Swiss Management Group AG (kurz SAM AG) ist eine Gesellschaft die sich aus gekündigten Lebensversicherungen ihrer Anleger Darlehen gewähren ließ. Dabei warb die SAM AG mit einer renditestarken Kapitalanlage und kaufte seit 2009 Lebensversicherungen im Wert von 44 Mio. EUR, um diese Gelder in das bayerische Geothermie Projekt Kirchweidach zu investieren. Dem eingezahlten Geld steht heute lediglich ein Gegenwert von ca. 4 Mio. EUR entgegen.

SAM AG in Liquidation

Seit dem 24.08.2012 befindet sich die SAM AG aufgrund einer erforderlichen, aber fehlenden Bankgenehmigung in der Abwicklung und wird liquidiert. Die Liquidatoren stellten zuletzt klar, dass Anleger keine hohen Rückzahlungen erwarten dürfen. Aufgrund der fehlenden Genehmigung kommen Schadensersatzansprüche gegen die SAM AG, ihren Verwaltungsrat und dem Anlageberater in Betracht.

Forderungsankauf durch Conversio Aidlingen GmbH i.G. angeboten

Vielen Anlegern wurde nun angeboten, ihre Forderungen gegen die SAM AG zu verkaufen. Der Forderungskaufvertrag sieht vor, dass das Geld nicht ausgezahlt, sondern zu 100 Prozent bei der Magna Aurelia Investment GmbH mit Sitz in München angelegt werden soll.

SAM-Anleger sollten nicht vorschnell handeln

Der Geschäftsführer der Conversio Aidlingen GmbH i. G. ist Gerd Dörrscheidt, ein ehemaliger SAM AG Vermittler der Mundo Invest GmbH, deren Geschäftsführer ebenfalls Herr Dörrscheidt ist. Woher das zur Umsetzung der Verträge stammende Geld kommen soll, ist zurzeit völlig unklar. Auch ist die Conversio Aidlingen GmbH i. G. noch in der Gründungsphase.
Solange nicht die wesentlichen Fragen zum Forderungskauf geklärt sind, sind Anleger gut damit beraten, das zweifelhafte Angebot nicht anzunehmen.
So berechtigt der Vertrag u.a. dazu bereits laufende Verfahren vor Gericht ruhend zu stellen, anhängig gemachte Klagen zurückzunehmen und auf die weitere Geltendmachung von Ansprüchen zu verzichten. Auch ist eine Verpflichtung vorgesehen, nach der bereits gestellte Strafanzeigen gegen verantwortliche Personen der SAM AG zurückzunehmen sind. Der Vertrag sieht ebenfalls eine Bearbeitungsgebühr von 75,00/150,00 EUR für die Anleger vor. Zudem ist der Vertrag derart ausgestaltet, dass Kundendaten an Dritte weitergegeben bzw. verkauft werden können.
Zu beachten ist des Weiteren, dass Anleger mit der Unterschrift unter den Forderungskaufvertrag lediglich ein Angebot auf Abschluss des Vertrages abgeben. Aufgrund einer Vertragsklausel kann die Conversio Aidlingen GmbH den Vertrag bis zum 31.01.2014 annehmen, ist aber noch nicht durch die Zusendung des unterschrieben Vertrags gebunden.

Justus rät:

Anleger der SAM AG sollten einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht aufsuchen und ihre Ansprüche prüfen lassen. So können Schadensersatzansprüche gegen die SAM AG, ihren Verwaltungsrat und den Anlageberater erfolgversprechend sein.
Ohne rechtliche Prüfung wird vom Forderungsverkauf an die Conversio Aidlingen GmbH i. G. unbedingt abgeraten.

Für die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und den wesentlichen Unterlagen zu. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von 80,- € inkl. MwSt. Gern können Sie sich auch sofort unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden. Rufen sie gleich an und vereinbaren einen Termin: 030-44044966

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Ansprechpartner:
Stefanie Saßning
Rechtsanwältin
E-Mail: Sassning@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56
Grit Rahn
Rechtsanwältin
E-Mail: Rahn@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56

Please follow and like us:

Mehr zum Thema

BANK- UND KAPITALMARKTRECHT232
Bank- und Kapitalmarktrecht "Es ist gut, dass die Menschen ihr Geldsystem nicht verstehen, denn sonst hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution" Henry Ford Achtung: Absolute Verjährung, taggenau 10 Jahre ab Zeichnung bzw. Vertragsschluss  Bankrecht und Kapitalmarktrecht: Begriffsbestimmungen und rechtliche Grundlagen Das Bank- und Kapitalmarktrecht umfasst zwei in der Tradition und in der Ausformung völlig unterschiedliche Rechtsgebiete: Das Bankrecht ist ein althergebrachtes traditionelles Rechtsgebiet mit einer Fülle von Rechtsfragen vom Allgemeinen Teil des BGB bis hin zum speziellen Recht der Ausführungsverordnungen zum Kreditwesengesetz. Das Kapitalmarktrecht hingegen – als Begriff noch Anfang der siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts weitgehend unbekannt – stellt in Deutschland ein vergleichsweise junges und spezielles Rechtsgebiet dar, welches in den letzten Jahren eine nahezu beispiellos stürmische und dynamische Entwicklung durchlaufen hat und sich nach wie vor in Bewegung befindet. Bankrecht Zum tief im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Bankrecht gehören im Wesentlichen das Recht des Kredit- und Einlagengeschäfts der Kreditinstitute, des Zahlungsverkehrs, des Wertpapier- und Depotgeschäfts sowie die damit verbundenen Haftungsfragen, z. B. infolge fehlerhafter Beratung oder Aufklärung. Weiterhin zählen dazu das spezialgesetzlich geregelte Scheck- und Wechselrecht. Berührungspunkte bestehen insbesondere zum Handels- und Gesellschaftsrecht. Kapitalmarktrecht Kernbereiche des Kapitalmarktrechts, die Regelungen zum Insiderhandel, der Marktmanipulation, Publizitätspflichten und besondere Verhaltenspflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind im WpHG – auch als Grundgesetz des Kapitalmarktrechts bezeichnet – verankert. Hinzu kommen das Börsenrecht, das InvG, das Prospektregime nach VerkaufsprospektG und WpPG sowie das Recht der Unternehmensübernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften. Zahlreiche Gesetze – wie z. B. KWG, GwG, AktG, HGB oder auch das StGB – enthalten weitere für das Kapitalmarktrecht bedeutende Normen oder stehen mit diesem in unmittelbarem sachlichen Zusammenhang. Ergänzt werden die gesetzlichen Regelungen durch eine Fülle von Verordnungen, Satzungen, Richtlinien, Verwaltungsvorschriften, Mitteilungen (z. B. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin) und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (z. B. Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte).   Ansprechpartner: Enrico Weide, Rechtsanwalt Susanne Störmer, Rechtsanwältin Stephanie Schulze, Rechtsanwältin Knud J. Steffan, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht