Quantum Leben und die Lebensversicherung Select Investment Bond, Argyle Fund

Quantum Leben und die Lebensversicherung Select Investment Bond:
Bei der liechtensteinischen Versicherungsgesellschaft Quantum Leben mit Sitz in Vaduz sind nach Berichten des Handelsblatt Millionen von Anlegergeldern verschwunden. Betroffen sind auch deutsche Kunden, die ihr Geld in die fondsgebundene Lebensversicherung „Select Investment Bond“ von Quantum investierten. Die Anleger, denen in den Verkaufsunterlagen ein „niedriges bis moderates Risiko“ und eine „Kapitalgarantie“ versprochen wurde, beklagen, dass die Gesellschaft die Auszahlungen aus der Versicherung ausgesetzt habe.

Agryle Fund: Investition in Pleitefond
Die Versicherungsgesellschaft selbst teilte den Anlegern mit, dass ein Teil des Kapitals, das von Quantum Leben in einen Argyle Principal Protected Private Client 10 % Net 5 Yr. High Yield Monthly Pay Notes SP – EUR/USD (im Folgenden “Argyle Fund”) investiert wurde, verloren sei.

Wie schon 2014 von uns heir: Quantum Leben AG, Anlegergelder in Gefahr berichtet, soll das Geld der Anleger aus dem Fonds in die kanadische Firma New Solutions Capital geflossen und dort angeblich veruntreut worden sein. Die Zahlungen an die Versicherungsnehmer der Quantum Leben wurden ausgesetzt, der Fonds geschlossen. Den Versicherungsnehmern der Lebensversicherung Select Investment Bond wurde der Tausch in den Fonds Argyle Recovery Class angeboten. Allerdings verlieren die Versicherungsnehmer hierbei ca. 35% des investierten Kapitals.

Schadenersatzansprüche gegen Anlageberater- und Vermittler sowie Gründungsgesellschafter der Quantum Leben AG:
Die Anlageberater haften zunächst für eine fehlerhafte Beratung. Denn das Produkt der Quantum Leben, Select Investment Bond wurde vielfach mit einer so genannten „Kapitalgarantie“ beworben. Die Rückzahlung der Einlagen sei garantiert und lediglich die prognostizierte Rendite könne schwanken. Diese Information war falsch, denn eine Garantie oder einen Versicherungsschutz für das investierte Kapital gibt es nicht.
Die Anleger müssen daher gestellt werden, wie sie ohne Zeichnung der Lebensversicherung stünden und erhalten bei Falschberatung sämtliche Einlagen zzgl. Kosten und Zinsen als Schadenersatz zurück.
Ferner haftet die Quantum Leben AG gegenüber den Versicherungsnehmern wohl auch aufgrund fehlerhafter Produktinformationen.

Stiftung Warentest warnt auch vor der Investaq Goldrente der Quantum Leben AG:
Im Februar 2014 warnte die Stiftung Warentest auch vor der fondsgebundenen Rentenversicherung Investaq Goldrente der Quantum Leben AG. Während kein einziger Vorteil erkennbar sei, halten die Verbraucherschützer die Goldinvestments als Altersvorsorge zu riskant.
„Anleger erfahren aus den Informationen im Internet nicht einmal, in welche konkreten Fonds und Projekte ihr Geld fließt“, heißt es dazu auf der Internetseite der Stiftung Warentest. „Mit herkömmlichen fondsgebundenen Versicherungen ist sie nicht vergleichbar. Als reine Goldanlage böte die Goldrente keine Risikostreuung.“

Für die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den wesentlichen Vertragsunterlagen zu. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von nur 80,- € inkl. MwSt., die bei weiterem Vorgehen voll angerechnet wird. Gern können Sie sich auch unverbindlich und kostenfrei per Email, Kontaktformular oder Telefon an uns wenden.

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56
E-mail: Justus @ kanzleimitte.de

Please follow and like us:

Mehr zum Thema

LEBENSVERSICHERUNGSFONDS27
lebensversicherungsfonds

Lebensversicherungsfonds:
Kapitalanlage in Zweitmarktpolicen


Lebensversicherungsfonds investieren in bereits abgeschlossene Lebens- bzw. Rentenversicherungen.
Das Geschäftsmodell der Fonds besteht im Kauf "gebrauchter" Lebensversicherungen, die je nach Fondskonstruktion auf dem Zweitmarkt in den USA, in Großbritanien oder Deutschland erworben werden. Der Verkäufer der Versicherungspolice erhält den Kaufpreis, bleibt aber auch nach der Veräußerung weiterhin versicherte Person. Die für den Versicherungsvertrag fälligen Prämienzahlungen werden von der Fondsgesellschaft übernommen, die beim Tod des Versicherten die Ablaufleistung erhält.
Der Verkauf der Versicherungspolice auf dem Zweitmarkt soll dem Versicherungsnehmer die Option bieten, einen gegenüber dem im Falle einer vorzeitigen Kündigung auszukehrenden Rückkaufswert höheren Preis zu erzielen. Die Fondsgesellschaft spekuliert dagegen auf ein frühes Sterben des Versicherten, eine möglichst hohe Ablaufleistung oder Anlagegewinne.

Lebensversicherungsfonds kommen in zwei Varianten vor:
Kapitallebensversicherungsfonds und Risikolebensversicherungsfonds:

Kapitallebensversicherungsfonds
Bei Kapitallebensversicherungsfonds erwirbt der Fonds die Kapitallebensversicherungspolicen und zahlt die Prämien bis zum Fälligkeitsdatum weiter. Der Kaufpreis liegt dabei in der Regel über dem jeweiligen Rückkaufswert der Versicherungsgesellschaften.

Risikolebensversicherungsfonds
Bei der in den USA verstärkt anzutreffenden Variante eines Risikolebensversicherungsfonds erwirbt der Anleger die Riskolebensversicherungs-Police eines Versicherten. Der Lebensversicherungsfonds zahlt hierbei die Prämien an den (alten) Versicherten weiter und erhält im Gegenzug die bei Fälligkeit der Police – meist bei Ableben der Versicherten – auszukehrende Versicherungsprämie.

Allgemeine Risiken der Fonds in Lebensversicherungen:
Bei Lebensversicherungsfonds handelt es sich meist um unternehmerische Beteiligungen mit entsprechenden Risiken, die bis hin zum Totalverlust der Einlage gehen können. Infolge der Verlustrisiken und der langen Laufzeiten  ist die Beteiligung an diesen Fonds kaum als Altersvorsorge geeignet. Da ein funktionierender Zweitmarkt nicht existiert, ist ein Verkauf derartiger Fondsanteile in der Regel nicht möglich oder mit ganz erheblichen Verlusten verbunden.

Typische Risiken der Lebensvericherungsfonds:
  • Steuerrisiken: Gefahr einer rückwirkenden steuerlichen Einstufung von US-Policen Fonds als gewerblich.
  • Kursrisiken: Hoher Akteinbestandteil insb bei in Britische Policen
  • Spekulationsrisiken: Überschreitung des spekulierten Lebensalters des Versicherten insb. bei in US-Amerikanische Policen
  • Fremdwährungs- Kursrisiko: Investieren in fremden Währungen sind hohen Kursschwankungen ausgesetzt.

I. Britische Lebensversicherungsfonds wie z.B.:
  • Clerical Medical, CMI
  • WealthCap Life Britannia
  • HVBFF Life Britannia
  • Lloyd Fonds Britische Kapital Leben
  • MPC Rendite-Fonds Britische Leben plus
  • König & Cie. Britische Leben Renditefonds
  • HSC Optivita UK
  • Ideenkapital Prorendita 1-5
Britische Lebensversicherungsfonds investieren in britische Lebensversicherungen, speziell britische Kapitallebensversicherungen.
Bei der Investition in britische Zweitmarktpolicen hat der Versicherungsnehmer bei Ende der Vertragslaufzeit lediglich einen Anspruch auf die Auszahlung der Versicherungssumme und keine Garantieverzinsung. Anders als in Deutschland sind britische Versicherungsunternehmen berechtigt, das eingezahlte Kapital in voller Höhe in Aktien zu investieren. Damit sind gerade die in britische Zweitmarktpolicen investierenden Lebensversicherungsfonds noch stärker von den Entwicklungen auf den weltweiten Kapitalmärkten abhängig und bergen für die Anleger ein noch deutlich höheres Risikopotential.

II. US - Lebensversicherungsfonds wie z.B.:
Investition in US-Zweitmarktpolicen und die "Wette auf den Tod":
Hier wird die Ablaufleistung in der Regel erst mit Eintritt des Todes des Versicherungsnehmers oder mit Erreichen einer bestimmten Altersgrenze (in der Regel 100 Jahre) fällig.
Spekuliert wird hier auf den Todeszeitpunkt des Versicherungsnehmers: Je früher der Versicherungsnehmer stribt, desto mehr profitiert die Fondsgesellschaft, die dann keine Prämien mehr auszahlen muss.
Die makabere Spekulation geht nicht auf, denn infolge der gestiegenen Lebenserwartungen müssen nun die Fondsgesellschaften länger als ursprünglich prognostiziert Prämienausschüttungen vornehmen. Auch und gerade bei US-Lebensversicherungsfonds müssen die Fondsanleger mit deutlich geringeren Ausschüttungen als ursprünglich prognostiziert rechnen.

US-amerikanische Lebensversicherungsfonds investieren in der Regel in Risikolebensversicherungen. In einem US-Lebensversicherungsfonds wird das Kapital der Anleger gebündelt, um daraus ein breit gestreutes Portfolio an gebrauchten US-Risikolebensversicherungen zu erwerben.

III.  Deutsche Lebensversicherungsfonds wie z.B.:
  • König & Cie. Deutsche Leben 
Anleger einer deutschen Kapitallebensversicherung erhalten negen einer Garantieverzinsung in der Regel Überschussbeteiligungen, deren Höhe sich an der Entwicklung der Kapitalmärkte orientiert. Infolge der weltweiten Finanzmarktkrise mussten etliche Anbieter deutscher Lebensversicherungsfonds die Prognose- und Renditeerwartungen deutlich reduzieren. Anleger erhalten wohl auch weiterhin deutlich geringere Ausschüttungen als ursprünglich prognostiziert.