Prozesskostenfonds Juragent verurteilt – Möglichkeiten der geschädigten Anleger

Prozesskostenfonds Juragent verurteilt – Möglichkeiten der geschädigten Anleger

Was sind Juragent Prozesskostenfonds:

Die Juragent AG ist ein börsennotiertes Unternehmen im Bereich der Prozesskostenfinanzierung. Mit bislang vier Prozesskostenfonds (PKF II bis PKF IV) sollen durch die Finanzierung von Prozessrisiken hohe Renditen bei kurzen Laufzeiten erzielt werden. Das in den Fonds angesammelte Beteiligungskapital (Mindestanlage 5.000 €) wird dabei in einer Tochtergesellschaft des Unternehmens verwaltet und zur Finanzierung der Prozesse eingesetzt. Im Gegenzug fließt dem Fonds der anteilige Erlös aus den gewonnenen Prozessen zu. Während der fünfjährigen Fondlaufzeit sollen die Anleger jährlich eine bankgarantierte Ausschüttung von 6 Prozent erhalten. Nach Abschluss aller vom Fonds finanzierten Prozesse soll dann der Gesamterlös des Prozesskostenfonds ermittelt und im Verhältnis ihrer Beteiligung an die Anleger ausgeschüttet werden. Soweit die Theorie.

Das Problem der Juragent Prozesskostenfonds:

Berichten der Fachpresse waren seit Anfang 2007 Informationen über ausbleibende Einnahmen und sich verlängernde Fonds-Laufzeiten der Juragent Prozesskostenfonds zu entnehmen. Bereits im Jahr 2006 hatte das Fachmagazin “Finanztest” mittlerweile den vierten Prozesskostenfonds auf seine Warnliste gesetzt.
Trotzdem ging – und geht – der Vertrieb der Fondsanteile durch die Juragent KG und AG über Monate und Jahre weiter. Am 26. März 2009 wurde den Anlegern der zweiten, dritten und vierten Juragent Prozesskostenfonds seitens der Treuhandgesellschaft Treukommerz mitgeteilt, dass auch die im Prospekt zugesagten Garantieausschüttungen vorerst nicht ausbezahlt werden.
Zwischenzeitlich ist zudem ein strafrechtliches Verfahren gegen den Vorstand der Juragent KG anhängig. Der Vorwurf: gewerbsmäßige und bandenmäßige Untreue.

Mögliche Ansprüche:

Vorliegend kommen neben etwaigen Ansprüchen gegen Vorstand und Treuhänder insbesondere auch Schadenersatzansprüche wegen Falschberatung in Betracht, wenn die jeweiligen Zeichner der Beteiligungen nicht, oder nicht vollständig über die jeweiligen Risiken eines solchen Fonds aufgeklärt wurden.
Die Klagen sind auf Rückabwicklung der Beteiligung an den Juragent Prozesskostenfonds gerichtet, d.h. dass Anleger vor Gericht verlangen, so gestellt zu werden, als hätten sie die Beteiligung an den jeweiligen Fonds nie erworben. Zusätzlich zur jeweiligen Einlage, wird auch das bezahlte Agio zurückgefordert.

Aktuelle Rechtsprechung:

Zahlreiche Klageverfahren gegen die Juragent KG und AG sind bereits mit dem Ziel anhängig, die Ansprüche der Anleger auf Auszahlung der ausstehenden Garantieausschüttung gerichtlich durchzusetzen. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat mit seinem Urteil vom 23. Juli 2009 erstmals zu Gunsten eines Anlegers entschieden und verurteilte die Juragent KG zur Zahlung der ausstehenden Gewinnausschüttung für das Jahr 2008. Außerdem musste die Juragent KG die dem Kläger entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten in voller Höhe ersetzen.
Weitere aktuelle Urteile gegen die Juragent KG bestätigen die Stärkung geschädigter Anleger:
So verurteilte das Landgericht Berlin am 12. Januar 2010 Juragent KG zur Zahlung von Schadensersatz und folgte dabei der Argumentation des Anlegers, der sich durch die Ausführungen im Anlageprospekt PKF IV getäuscht fühlte. Mit den Urteilen vom 08. Dezember 2009, 19. Oktober 2009 und 3. März 2010 wurde die Juragent KG ebenfalls verurteilt, da das Gericht die Voraussetzungen für Schadensersatzleistungen in Höhe der Beteiligungssumme abzüglich der erhaltenen Ausschüttungen gegeben sah.
In seinem Urteil vom 16.November 2010 hat das LG Berlin nunmehr auch die Treuhandkommanditistin des Juragent Prozesskostenfonds zur Schadensersatzleistung wegen Aufklärungspflichtverletzungen verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts hätte die Treukommerz Beratungs- und Treuhandgesellschaft mbH den Anleger über die Tatsache aufklären müssen, dass sich die Vorgängerfonds nicht wie beabsichtigt entwickelt hatten. Darüber hinaus sei der Prospekt fehlerhaft, da hierin keine Hinweise zu den Vorstrafen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Juragent AG enthalten seien. Eine Schadensersatzverpflichtung treffe aus diesem Grund die Juragent AG, die Juragent Verwaltungs GmbH sowie den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Juragent AG persönlich.

JUSTUS rät:
Lassen sie sich als Anleger der Juragent-Fonds nicht durch die Vielzahl von Werbe- und Informationsschreiben verwirren!
Wir raten Ihnen, sich durch einen auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt Ihres Vertrauens beraten und von diesem prüfen zu lassen, ob Ihnen gegen den Anlageberater, Treuhänder, oder gegen den Vorstand des Unternehmens Schadenersatzansprüche zustehen. JUSTUS Rechtsanwälte und Steuerberater Berlin setzt sich für außergerichtliche und gerichtliche Lösungen für Anleger diverser Juragent Prozesskostenfonds ein und informiert Sie daneben gerne über den weiteren Gang der Verfahren.

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