Lehman-Zertifikate: Erstes Urteil im Fall Lehman Brothers

 

Erstes Urteil im Fall Lehman Brothers

Kein Urteil mit Signalwirkung

Am vergangenen Freitag ist das lang erwartete Urteil des Landgerichts Frankfurt ergangen (Az 2-19 O 62/08).

Gegenstand des Verfahrens war die Klage eines Ehepaars aus Bad Soden, das nach einer Beratung durch die Sparkasse Frankfurt im Dezember 2006 Zertifikate von Lehman Brothers zu einem Nennbetrag in Höhe von 12.000,00 € erworben hat. Mit der Insolvenz der Investmentbank wurden ihre Zertifikate wertlos.
Das Landgericht hat die Klage des Ehepaars abgewiesen.

Unter den Lehman-Geschädigten geht jetzt die Angst um, auch mit Ihrer Schadensersatzforderung gegenüber ihrer Bank zu scheitern.
In der Pressemitteilung des Landgerichts vom 28.11.2008 sind die Urteilsgründe kurz angerissen: Es läge keine fehlerhafte Beratung seitens der Sparkasse vor, es sei anleger- und objektbezogen beraten worden. Insbesondere über die Entwicklung der dem Zertifikat zugrunde liegenden Indizes sowie die Möglichkeit eines etwaigen Totalverlustes sei in den Verkaufsunterlagen ausreichend informiert worden. Die Zertifikate seien jederzeit kündbar gewesen.
Der Pressemitteilung ist aber auch zu entnehmen, dass der Umfang der Verpflichtung zum Hinweis auf einen möglichen Totalverlust sich nach den Umständen des Einzelfalls richte. So sei ein derartiger Hinweis im Dezember 2006 noch nicht erforderlich gewesen, weil die „Subprime“-Krise noch entfernt und die Emittentin in der Finanzwelt noch als renommierte Investmentbank galt.

Daher dürften insbesondere die Fälle anders zu beurteilen sein, in denen Anlegern zu einem Zeitpunkt Zertifikate empfohlen wurden, als die Finanzkrise in vollem Gange und Lehman Brothers in wirtschaftliche Talfahrt geriet.
Im Unterschied zum vorliegenden Fall sind vielen Anlegern, z.B. bei der Citibank oder der Dresdner Bank im Beratungsgespräch keine oder nur unzureichende Verkaufsunterlagen überreicht worden. Vielfach sind gerade ältere Menschen immer wieder von Beratern der Banken dazu gedrängt worden, ihre sicheren Tagesgeldkonten oder Bundesanleihen aufzulösen und in die spekulativen Zertifikate anzulegen. In diesen Fällen ist nach Ansicht der Justus Rechtsanwälte ein klarer Mißbrauch der Vertrauensstellung des Bankberaters gegeben, der die Bank zum Schadenersatz verpflichtet.

Eine abschließende Beurteilung ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, denn das Urteil des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Es bleibt abzuwarten ob das verbraucherunfreundliche Urteil auch vor dem Oberlandesgericht Bestand haben wird. Unter Umständen wäre für eine erste Klage in Sachen Lehman eine von der Beweislage sicherere Konstellation wünschenswert gewesen.

Betroffene Ableger sollten daher etwaige Schadenersatzansprüche gegenüber ihrer Bank anwaltlich überprüfen lassen und dei Fristen zur Anmeldung ihrer Forderungen in den laufenden Insolvenzverfahren wahren.

Autorin: Rechtsanwältin Jana Brockfeld

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt  Knud J. Steffan

JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56

E-mail: Steffan@kanzleimitte.de
 

 

 

 

 

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„Wenn man Recht hat und niemand widerspricht,
ist das in Ordnung.
Aber was ist, wenn man Unrecht hat?“
                                                                     (Konfuzius)


Was sind Zertifikate?
"Zertifikate sind Anleihen bzw. Inhaberschuldverschreibungen oder einfach ausgedrückt
Darlehen, deren Rückzahlung, gleich einer Wette, von ungewissen zukünftigen Umständen
abhängig ist" (BGH Urteil vom 27.09.2011).
Wußten Sie das vor der Zeichnung?

Käufer von Lehman Zertifikaten sollten Mut zur Klage gegen die Bank haben:
Lehman Brothers Zertifikate Anleger sollten spätestens jetzt handeln, da die Ansprüche gegen Banken zu verjähren drohen. Auch nach Verjährung von Schadenersatzansprüchen bestehen weitere Ansprüche gegen die Beraterbank. Das Handelsblatt rät Anlegern von Lehman Zertifikaten nun umgehend zu handeln und ihre Ansprüche bei den Banken geltend zu machen.

Zahlreiche erfolgreiche Klagen und gerichtliche Vergleiche in Sachen Lehman Brothers:
Im September 2008 hat Lehman Brothers Insolvent angemeldet und zahlreiche Anleger haben ihr eingezahltes Geld verloren. Verkauft wurden die Zertifikate oft von der Citibank (heute Targo Bank), der Dresdner Bank (heute Commerzbank), Sparkassen und der Postbank. Zahlreiche Gerichte haben Anlegern von Lehman Zertifikaten bereits Schadensersatz zugesprochen aber auch Klagen abgewiesen. Die Kanzlei JUSTUS Rechtsanwälte konnte aussergerichtlich und gerichtlich zahlreiche angemessene Zahlungsvergleiche mit den BAnken schließen und auch mehrere erfolgreiche Urteile erstreiten. Anleger von Lehman Zertifikaten wurden oft nicht über die komplexe Struktur und die Risiken der Zertifikate aufgeklärt. Anleger können daher Schadensersatzansprüche zustehen, die Sie nicht einfach verjähren lassen sollten.

Kurze Verjährung (3 Jahre ab Kauf) bei Zertifikaten und Hemmung durch den Ombudsmann:
Zu achten ist auf die kurze Verjährung der Ansprüche, die nach 3 Jahren nach dem Kauf der Lehman Zertifikate droht. Jedoch kann die Verjährung durch ein kostenfreiesSchlichtungsverfahren beim Ombudsmann der Banken bis zu 6 Monaten nach Schlichtungsspruch gehemmt werden. Ist auch diese Frist abgelaufen muss und sollte nach Prüfung der Erfolgsaussichten geklagt werden.

Auch nach der Verjährung lohnt sich die Prüfung der Ansprüche und ggf. die Klageeinreichung:
Sind Schadenersatzansprüche im Einzelfall schon verjährt, lohnt sich die Prüfung ob nicht ausserdem Ansprüche gegen die Bank bestehen, die nicht der Verjährung des § 37a WpHG unterliegen. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn Kick-Backs (Provisionen) verschwiegen wurden, der Berater später noch eine Halteempfehlung anbgegeben hat oder die Lehman Zertifikate telefonisch erworben worden sind. In lezterem Fall kann bei einer fehlenden Aufklärung über das Widerrufsrecht der Kauf auch heute noch widerrufen werden.

Erstberatung:

Für die schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das
Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und den wesentlichen Unterlagen zu. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von netto 80,- €. Gern können Sie sich auch unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden.

Die Kanzlei Justus Rechtsanwälte & Steuerberater vertritt inzwischen über 500 Lehman Anleger und führt bundesweit Klagen gegen die beratenden Banken durch.

Ansprechpartner:

Rechtsanwalt Knud J. Steffan 
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56