Grüne Werte Energie GmbH – von LG München zur Zahlung verurteilt

Die Grüne Werte Energie GmbH investiert in unterschiedliche Projekte zur Gewinnung erneuerbarer Energien. Die Tochtergesellschaften Grüne Werte Wertzins 2 GmbH und Grüne Werte Wertzins 3 GmbH gehören ebenfalls zur Grüne Werte Gruppe. Anleger können sich durch Geldbeiträge an den verschiedenen Projekten der Gesellschaften beteiligen, jedoch wurden die versprochenen Renditen durch diese Investitionen fast nie erreicht.

Grüne Werte Energie GmbH – von LG München zur Zahlung verurteilt

LG München verpflichtet die Grüne Werte Gruppe zur Zahlung

Am 16.04.2018 sprach das LG München (Az. 35 O 7102/17) einem Anleger 55.000,00 Euro von der Grüne Werte Wertzins 2 GmbH zu. Der Anleger hatte 2014 mit der GmbH für eine angebotene Geldanlage „WERTZINS PLUS 1“ mit einem Anlagebetrag von 50.000,00 EUR eine Laufzeit bis zum 31.12.2016 vereinbart. Vertragsinhalt war gewesen, dass er am Ende 110 % des Anlagebetrags zurückerhalten soll.

Die Grüne Werte Gruppe bewarb die Anlage mit nachhaltigen und ökologischen Investment.Durch die Anlage sollten bis zu 2.000.000,00 Euro von Anlegern erworben werden  und als Investition in Anlagen für erneuerbare Energie fließen.

Nach Ablauf der Anlage weigerte sich die Grüne Werte Wertzins 2 GmbH jedoch den Geldbetrag auszuzahlen und verwies den Anleger auf eine sog. qualifizierte Nachrangklausel der Vertragsbedingungen, laut der die GmbH nicht zur Rückzahlung des Anlagebetrags verpflichtet wäre, wenn durch die Rückzahlung ein Insolvenzeröffnungsgrund entstehen würde.

Laut dem LG München, kann sich die GmbH jedoch nicht auf die Nachrangklausel berufen, da der sog. qualifizierte Rangrücktritt nicht wirksam vereinbart wurde. Die Nachklausel, als eine Allgemeine Geschäftsbedingung der GmbH, ist nicht wirksam in das Vertragsverhältnis mit dem Kläger eingebunden worden, da sie intransparent i.S.v. § 307 Abs. 1 S. 2 BGB sei und eine unangemessene Benachteiligung des Vertragspartners im Sinne des § 307 Abs. 1 S. 1 BGB enthält.

BaFin warnte im Februar 2018 schon vor Zahlungsproblemen

Finanzdienstleistungsaufsicht meldete schon im Februar 2018 Zahlungsschwierigkeiten der Grüne Werte Wertzins 3 GmbH, Die Gesellschaft hatte mitgeteilt, dass sie bei den nachrangigen Namensschuldverschreibungen (Wertzins Premium 2019 und 2025) die Zinsen an die Anleger nicht auszahlen kann, da es Probleme bei der Zahlung aus den Anlageobjekten gegeben hatte.

Problemtisch für die Anleger ist dabei, dass die Grüne Werte GmbH Nachrangdarlehen oder auch nachrangige Namensschuldverschreibungen vereinbart hat. Nachrangig heißt in dem Fall, dass Anleger und ihre Forderungen sogar im Insolvenzfall als letztes berücksichtigt werden, weshalb dieser Art der Anlage ein hohes Risiko bürgt.

Justus rät:

Betroffene Anleger sollten sich also schnellstmöglich qualifizierte Beratung einen Fachanwalt für  Bank- und Kapitalmarktrecht suchen. Dieser teilt die verschiedenen Möglichkeiten mit und wird auch die nötigen verjährungshemmenden Schritte einleiten.

Für die kostenlose Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, drucken Sie bitte einfach das Auftragsformular für geschädigte Kapitalanleger aus und senden es ausgefüllt, zusammen mit den Zeichnungsscheinen und den wesentlichen Unterlagen zu. Gern können Sie sich auch unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden.

Foto: Free-Photos/ pixabay.com

Ansprechpartner:
Wolfgang Kapitza
Assessor jur. und Bankkaufmann (IHK)
E-Mail: Justus@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56
Grit Rahn
Rechtsanwältin
E-Mail: Rahn@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56
Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
E-Mail: Steffan@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56
Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema

BANKRECHT UND KAPITALMARKTRECHT208
Bank- und Kapitalmarktrecht

"Es ist gut, dass die Menschen ihr Geldsystem nicht verstehen, denn sonst hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution"
Henry Ford

Achtung: Absolute Verjährung, taggenau 10 Jahre ab Zeichnung bzw. Vertragsschluss 

Bankrecht und Kapitalmarktrecht:
Begriffsbestimmungen und rechtliche Grundlagen

Das Bank- und Kapitalmarktrecht umfasst zwei in der Tradition und in der Ausformung völlig unterschiedliche Rechtsgebiete: Das Bankrecht ist ein althergebrachtes traditionelles Rechtsgebiet mit einer Fülle von Rechtsfragen vom Allgemeinen Teil des BGB bis hin zum speziellen Recht der Ausführungsverordnungen zum Kreditwesengesetz. Das Kapitalmarktrecht hingegen – als Begriff noch Anfang der siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts weitgehend unbekannt – stellt in Deutschland ein vergleichsweise junges und spezielles Rechtsgebiet dar, welches in den letzten Jahren eine nahezu beispiellos stürmische und dynamische Entwicklung durchlaufen hat und sich nach wie vor in Bewegung befindet.

Bankrecht

Zum tief im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Bankrecht gehören im Wesentlichen das Recht des Kredit- und Einlagengeschäfts der Kreditinstitute, des Zahlungsverkehrs, des Wertpapier- und Depotgeschäfts sowie die damit verbundenen Haftungsfragen, z. B. infolge fehlerhafter Beratung oder Aufklärung. Weiterhin zählen dazu das spezialgesetzlich geregelte Scheck- und Wechselrecht. Berührungspunkte bestehen insbesondere zum Handels- und Gesellschaftsrecht.

Kapitalmarktrecht

Kernbereiche des Kapitalmarktrechts, die Regelungen zum Insiderhandel, der Marktmanipulation, Publizitätspflichten und besondere Verhaltenspflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind im WpHG – auch als Grundgesetz des Kapitalmarktrechts bezeichnet – verankert. Hinzu kommen das Börsenrecht, das InvG, das Prospektregime nach VerkaufsprospektG und WpPG sowie das Recht der Unternehmensübernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften. Zahlreiche Gesetze – wie z. B. KWG, GwG, AktG, HGB oder auch das StGB – enthalten weitere für das Kapitalmarktrecht bedeutende Normen oder stehen mit diesem in unmittelbarem sachlichen Zusammenhang. Ergänzt werden die gesetzlichen Regelungen durch eine Fülle von Verordnungen, Satzungen, Richtlinien, Verwaltungsvorschriften, Mitteilungen (z. B. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin) und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (z. B. Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte).



Ansprechpartner:


Enrico Weide, Rechtsanwalt
Susanne Störmer, Rechtsanwältin
Stephanie Schulze, Rechtsanwältin
Knud J. Steffan, 
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht