GrahamFE – Online-Trading als Betrugsmasche

GrahamFE – Online-Trading

Online-Trading Anbieter wie die GrahamFE werben mit hohen Gewinnen und sicheren Auszahlungen. Laut Verbraucherschützern steckt dahinter jedoch nur heiße Luft.

„Erleben Sie die Kraft des Online-Trading“ – Oder anders: Wie sie schnell durch unseriöse Internetseiten sehr viel Geld verlieren.

Auf der Website der Finanzdienstleistungsfirma mit Sitz in Bulgarien wird mit einfachem Abheben von Gewinnen und Einzahlungen geworben. Weiter heißt es „Ihr Geld ist bei uns sicher!“. In der Realität ist von Auszahlungen an Kunden jedoch selten zu hören.

GrahamFE – Online-Trading als Betrugsmasche
GrahamFE: “Ihr Geld ist bei uns sicher”

Was macht die GrahamFE?

Die GrahamFE ist eine Plattform für Devisenhandel, das sogenannte Forex-Trading. Bei dieser hochspekulativen Methode wird auf den Wert einer Währung im Vergleich zu einer anderen Währung gewettet. In der Hoffnung Gewinn zu machen, muss in einem bestimmten Zeitpunkt mit einer Währung ein Betrag einer anderen Währung gekauft werden.

Schnell Geld verdienen mit Devisenhandel?

Handelsplattformen wie die GrahamFE werben mit flexiblen Arbeitszeiten und hohen Gewinnen. Auf der Website sieht man Bilder von Personen in schicker Kleidung, die in einem Büro im obersten Stockwerk vor einer riesigen Fensterfront mit einer Aussicht über das Handelszentrum der Stadt sitzen und drei Bildschirme im Blick haben.

In der Realität sieht das jedoch anders aus: Die Gewinn-Chancen bei dieser Art der Wette sind praktisch null. Die meisten Anleger verlieren ihr komplettes investiertes Kapital.

Wieso lassen sich Verbraucher überhaupt auf so etwas ein?

Meistens wird auf den Websites der Handelsplattformen mit schnellen Gewinnen und einem kleinen Startkapital geworben. Außerdem sehen viele Websites sehr professionell aus und sind nicht von seriösen Internetseiten zu unterscheiden. Die GrahamFE wirbt außerdem mit einem 100 % Willkommensbonus.

Was ist die Betrugsmasche?

Direkt nach der Registrierung bei GrahamFE erleben Verbraucher oft zunächst hohe Gewinne. Sie investieren mehr und mehr Geld. Die „Beratung“ erfolgt durch sogenannte „persönliche Broker“. Am Anfang finden noch häufiger persönliche Telefongespräche mit Personen statt, die sich selbst als kompetente Finanzbroker bezeichnen. Je höher dann das eingezahlte Kapital auf der Plattform wird, desto mehr nimmt die persönliche Beratung ab. Auf einmal werden immer weniger Gewinne erzielt. Die Auszahlungen vom Guthaben sind wegen angeblichen Software-Fehlern nicht mehr möglich, die „persönlichen Broker“ nicht mehr erreichbar.

Wie funktioniert der Betrug?

Laut BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sind viele Handelsplattformen komplett fake. Das eingezahlte Geld kommt nie bei irgendeiner Kapitalanlage an. Der NDR und der SR deckten auf, dass Betrüger Plattformen wie die GrahamFE eigene Callcenter betreiben, in denen Berater versuchen die Anleger zu immer höheren und mehr Einzahlungen zu bewegen. Viele Kunden wurden unter enormen Druck gesetzt. Diese Callcenter befinden sich teilweise in Deutschland, aber auch in Bulgarien, Tschechien und dem Kosovo.

Wer steckt hinter der GrahamFE?

Die GrahamFE wird von der Elit Property Vision LTD mit Sitz in Bulgarien betrieben. Auf der Website der Handelsplattform finden sich nur unklare Informationen über die Gesellschaft. Sie betreibt neben der GrahamFE noch weitere Handelsplattformen (CryptoFG, PrimeXclub, Stockstpbrokers) und bietet teilweise Verbrauchern unter anderen Namen Hilfe an, wenn diese durch den Devisenhandel Geld verloren haben. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geht von organisierter Kriminalität aus.

Wieso sind diese Handelsplattformen nicht verboten?

Der ganze Bereich des Online Tradings ist leider sehr schwer zu kontrollieren. Die meisten der Betreiber Unternehmen, wie auch das der GrahamFE, haben ihren Sitz nicht in Deutschland. Außerdem sind Betrüger-Websites oft schwer von seriösen zu unterscheiden. Das macht das ganze unkontrollierbar. Verbraucherzentralen liegen Beschwerden über mehr als 50 weitere Plattformen vor. Die BaFin und das BKA warnten bereits mehrmals vor dieser Art des Finanzbetrugs. Außerdem ordnete die BaFin Ende 2019 die Einstellung des grenzüberschreitenden Eigenhandels an, wie ihn unter anderem die GrahamFE anbietet. Unter anderem veröffentlicht die BaFin auf ihrer Website weitere Informationen zu unerlaubt betriebenen Geschäften einzelner Handelsplattformen.

Wie können sich Verbraucher sich schützen?

Anleger müssen sehr vorsichtig sein. Eine seriös aussehende Website allein ist nicht ausreichend um auf eine sichere Investition hoffen zu können. Verbraucher sollten darauf achten, dass die Tradingplattform ein klares Impressum mit angegebenen Kontaktpersonen haben und eine EU-Lizenz besitzen. Eine Liste solcher Anbieter ist auf der Website der BaFin einsehbar. Außerdem ist Vorsicht geboten, wenn die Anrufe mit „Beratern“ aus dem Ausland kommen, vor allem wenn es nicht das gleiche Land ist, wie das, in dem die Firma ihren Sitz hat.

Ist es möglich das investierte Geld zurückzubekommen?

Es ist sehr schwierig Geld komplett verschwinden zu lassen. Vor allem im Internet lässt es sich verfolgen. Beauftragen Sie so schnell wie möglich einen Experten, um noch möglichst viel Ihres investierten Kapitals zu sichern!

Die Kanzlei Justus Rechtsanwälte berät Anleger rund um Fragen des Anlegerbetruges und -schutzes. Wir sind Spezialisten und Fachanwälte im Bank- und Kapitalmarktrecht. Haben Sie Fragen oder Bedenken zu einer Investition in Online Trading? Wollen sie Erfahrungen teilen oder Ansprüche gegen die Handelsplattformen überprüfen lassen?

Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

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