Gebäudeversicherung – JUSTUS Rechtsanwälte

Sie haben ein Problem mit Ihrer Gebäudeversicherung und wissen nicht, wie Sie sich verhalten sollen? Sie sind sich unsicher, ob es Sinn macht, einen Anwalt einzuschalten? Dann nutzen Sie unsere kostenfreie Erstberatung. Wir helfen Ihnen bei sämtlichen Anliegen bezüglich Ihrer Gebäudeversicherung und unterstützen Sie bei der weiteren Vorgehensweise.

Wie sollten Sie sich im Schadensfall verhalten?

Um eine reibungsfreie Abwicklung des Schadenfalls zu erreichen, sollten Sie Ihrer Versicherung den Schaden umgehend (innerhalb von einer Woche) und so detailliert wie es Ihnen möglich ist melden. Beschönigen Sie nichts und lassen Sie keine relevanten Tatsachen weg. Dokumentieren Sie außerdem die Situation und den Schaden durch Fotos und Videos, welche Ihnen später als Beweismaterial dienen können. Räumen Sie außerdem noch nicht auf, bevor sich die Versicherung kein Bild von dem Schaden machen konnte.

Denken Sie jedoch daran, dass Sie gleichzeitig die Pflicht zur Schadensminderungsklausel trifft. Lassen Sie nicht zu, dass durch den Schaden ein Folgeschaden entsteht. Lassen Sie zudem Reparaturen nur in Abstimmung mit Ihrem Versicherer durchführen! Andernfalls besteht die Gefahr, dass dieser die Kosten dafür nicht trägt. Die Versicherung prüft dann die Schadensmeldung inklusive Fotos und schickt gegebenenfalls einen Gutachter vorbei. 

Wenn Ihre Versicherung Sie hinhält und zu lange mit der Schadensregulierung auf sich warten lässt, lassen Sie sich kostenfrei von uns beraten.

Was ist überhaupt versichert?

Die Gebäudeversicherung zahlt für Schäden am Haus sowie am festen Inventar. Unter “festem Inventar” versteht man beispielsweise Heizungsanlagen, fest verlegte Fußböden oder Badewannen. Für Schäden am losen Inventar, wie Möbel oder elektronische Geräte, muss dagegen die Hausratversicherung aufkommen. 

Lesen Sie HIER mehr über das Thema “Hausratversicherung”.

Im Regelfall sind durch die Wohngebäudeversicherung mindestens drei Risiken abgedeckt:

  • durch die Feuerversicherung (Brand, Blitzschlag, Explosion oder Implosion, Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeugs, seiner Teile oder Ladung),
  • die Leitungswasserversicherung bei Schäden, die durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser oder durch Frost oder Rohrbruch entstehen,
  • die Sturmversicherung (Schäden, durch Sturm (Windstärke 8 und höher) oder Hagel (hier unabhängig von der Windstärke) verursacht).

Wann liegt ein Wasserschaden vor?

Versichert sind Schäden durch wasserführende Leitungen und die dazugehörigen Anlagen, das heißt Wasserversorgung und -entsorgung, Heizkörper und -rohre, Klima- und Wärmepumpen sowie Wasch- und Spülmaschinen.

Das Leitungswasser muss außerdem bestimmungswidrig austreten. Das ist der Fall, wenn das Wasser so austritt, wie es eigentlich nicht soll. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich ob die Rohleitung gebrochen ist, die Badewanne übergelaufen ist oder die Zuleitung der Waschmaschine abgerissen ist. In all diesen Fällen tritt Leitungswasser da aus, wo es nicht hingehört. Wird durch das Wasser das Gebäude, oder Teile davon beschädigt, liegt ein Wasserschaden vor. Auch die Beschädigung von Inventar und sonstigen Vermögensgütern ist vom Wasserschaden erfasst. Die Versicherungen haben im Fall des Wasserschadens den zur Wiederherstellung erforderlichen Geldbetrag zu leisten.

Was zahlt die Gebäudeversicherung?

Die Versicherung leistet, wenn Ihr Eigenheim durch die eingangs erwähnten Gefahren beschädigt oder sogar zerstört wird. In diesem Rahmen werden Kosten abgedeckt, die für

  • Instandsetzung
  • Sanierung
  • Wiederaufbau
  • Neubau (und Abriss)

entstehen. Auch wenn versicherte Gebäudeteile durch diese Gefahren abhandenkommen, ist dies versichert. Dazu zählen auch sogenannte Schutzkosten, die anfallen, wenn beispielsweise das Dach wegfliegt und das Haus zunächst schnell gegen weitere Gefahren gesichert werden muss. Wenn nötig, wird das komplette Gebäude – vom Keller bis zum Dach – und alles, was innen und außen fest angebracht ist, ersetzt.

Wann zahlt die Gebäudeversicherung nicht?

Oft wird das Verlangen auf Ersatz von der Versicherung abgelehnt. Vor allem bei hohen Schadensummen, gibt es häufig Probleme mit der Gebäudeversicherung. 

Welche Schäden sind grundsätzlich nicht versichert?

Die Versicherung zahlt nicht bei unfertigen Gebäuden, Krieg, Brandstiftung durch vorsätzliches Anzünden einer Kerze bzw. des Kamins, Sturm unter einer Windstärke von Acht, offenes Fenster bei Sturm, sowie bei Grundwasserschäden, Überschwemmung und witterungsbedingten Rückstau.

Gebäudeversicherung zahlt nicht bei Unterversicherung

Eine Unterversicherung liegt vor, wenn Ihre Immobilie zum Zeitpunkt eines Schadens einen erheblich höheren Wert hat, als Sie zu einem früheren Zeitpunkt mit dem Versicherer als Versicherungssumme vereinbart haben. Dadurch kann der Versicherer die Leistung kürzen gem. § 75 VVG und muss dann die Leistung nur nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zu dem Wert erbringen. Den Restbetrag muss man dann selber tragen.

Man sollte daher immer sicherstellen, den richtigen Wert der Immobilie abzusichern. Bei Anbauten oder ähnlichem sollten man dies auch anpassen.

Beachten Sie, dass laut eines Urteils des Oberlandesgerichtes Düsseldorf (Urteil vom 13. Dezember 2005, I-4 U 205/04) die Versicherung den Versicherungsnehmer darauf hinweisen muss, dass das Hinzuziehen eines Sachverständiger für ihn günstig wäre. Bleibt diese ordnungsgemäße Belehrung aus, so kann sich der Versicherer hinterher nicht auf Unterversicherung berufen.

Gebäudeversicherung zahlt nicht bei grober Fahrlässigkeit

Oft wird “grobe Fahrlässigkeit” als Argument der Wohngebäudeversicherer genutzt, wenn sie nicht zahlen wollen.

Während der Versicherer bei der einfachen Fahrlässigkeit voll leistungspflichtig ist, kann er die Leistungen im Falle von grober Fahrlässigkeit kürzen oder sogar komplett streichen.

§ 28 VVG sieht vor, dass der Versicherer bei einer grob fahrlässigen Verletzung einer Obliegenheit zur Kürzung bis hin zur Streichung der Leistung berechtigt ist. Laut Gesetz muss die Kürzung in einem dem Verschulden entsprechenden Verhältnis geschehen. Zudem ist der Versicherer laut § 81 II VVG berechtigt, die Leistung im Falle der grob fahrlässigen Herbeiführung eines Versicherungsfalles zu kürzen oder sogar vollständig zu streichen. Was grob fahrlässig ist, ist Auslegungssache und unterliegt der Einschätzung des zuständigen Richters im Einzelfall.

Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlen will?

Gerade bei höheren Summen weigern sich die Versicherer oft diese zu übernehemen. Betroffene sollten sich jedoch nicht davon beeindrucken lassen, da Versicherungen oftmals auf fehlende Kenntnis der Versicherungsnehmer hoffen. Umso wichtiger ist es dann, einen spezialisierten Anwalt für Versicherungsrecht zu involvieren, der mit seinem Fachwissen gegen die Hausratversicherung vorgehen kann. Dadurch hat der Betroffene sehr gute Chancen, sämtliche Ansprüche gegenüber der Hausratversicherung durchzusetzen. Man selbst ist oftmals verwirrt bei so vielen Versicherungsbedingungen, die so unterschiedlich ausgelegt werden können. Deshalb lohnt es sich immer, einen Experten um Rat zu fragen. 

Selbstständiges Beweisverfahren

Um an ein unabhängiges Schadensgutachten zu kommen, können Sie beim lokalen Amtsgericht einen Antrag auf ein sogenanntes selbstständiges Beweisverfahren stellen. Dieses Verfahren ist einer Klage vorangestellt und kann in eiligen Fällen eine rasche Beweissicherung gewährleisten. Beläuft sich die Schadenssumme auf mehr als 5.000 Euro, so brauchen Sie zur Antragsstellung einen Rechtsanwalt. 

Sachverständigenverfahrenwenn die Gebäudeversicherung nicht ausreichend Entschädigung zahlt

Häufig weicht die Summe, die die Versicherung zur Schadensregulierung zahlen will, erheblich von den Vorstellungen des Versicherten ab und reicht lediglich für eine oberflächliche Sanierung aus. Für einen solchen Fall ist in den Allgemeinen Bedingungen für die Wohngebäudeversicherung (VGB), die man bei Abschluss eines Versicherungsvertrages erhält, ein außergerichtliches Sachverständigenverfahren vorgesehen, in dem die Schadenshöhe festgestellt wird. Durch diese Alternative sollen Gerichtsverfahren vermieden und die Gerichte entlastet werden.

Regress von Dritten

Wen darf ein Versicherer in Regress nehmen und wann?

Verursachen Dritte einen Schaden zulasten des Versicherungsnehmers, muss der Versicherer dafür zahlen. Der Ersatzanspruch des VN gegenüber dem Schadensverursacher wird auf den Versicherer übertragen, sofern der Verursacher des Schadens kein Repräsentant des Versicherungsnehmers ist.

Regress bei grober Fahrlässigkeit

Der Versicherer kann den Verursacher des Schadens in Regress nehmen, wenn dieser grob fahrlässig gehandelt hat. Für den Versicherungsnehmer selbst spielt es keine Rolle, ob der Regressversuch erfolgreich verläuft. Er erhält sein Geld von der Versicherung auch dann, wenn der Verursacher unbekannt, zahlungsunfähig usw. ist. Der Versicherer darf nicht jeden in Regress nehmen. Ausgeschlossen sind Personen, die bei Eintritt des Versicherungsfalles mit dem Versicherungsnehmer in einem Haushalt leben. Ausnahme: Handelt die Person vorsätzlich, darf der Versicherer sie in Regress nehmen.

Regress bei der Haftpflichversicherung

Der Versicherer kann auch Regress von Dritten nehmen. Wohngebäudeversicherer können beispielsweise die Privathaftpflichtversicherung eines Mieters heranziehen. Diese zahlt für Schäden, die der Versicherungsnehmer am Eigentum Dritter verursacht hat. Die Ausgleichsansprüche des Gebäudeversicherers werden auf Versicherungsebene eingefordert, wobei der Mieter selbst nach Abschluss der Schadenbearbeitung nicht mehr involviert ist. Voraussetzung ist, dass die Haftpflichtversicherung Mietsachschäden an Wohnräumen abdeckt.

Regress beim Mieter oder Miteigentümer

Der Versicherer darf auch Mieter des Versicherungsnehmers nicht in Regress nehmen, wenn die Kosten der Wohngebäudeversicherung auf die Miete umgelegt werden. Dies bezieht sich auch auf Personen, die mit dem Mieter in häuslicher Gemeinschaft leben. Der Bundesgerichtshof entschied in einem Urteil aus dem Jahr 1995, dass mit einer Umlage der Versicherungsprämien eine “stillschweigende Beschränkung der Haftung für die Verursachung von Brandschäden auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit” getroffen werde.
Vermieter sind in der Regel dazu verpflichtet, die Entschädigung ihres Versicherers in Anspruch zu nehmen.

Außerdem ist ein Vorgehen gegen die Eigentümergemeinschaft möglich. Diese setzt sich zusammen aus den Besitzern von Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern. Denn wenn die Gemeinschaft Versicherungsnehmer ist und ein Miteigentümer leicht fahrlässig einen Schaden am Haus verursacht, kann der Versicherer ihn dafür nicht in Regress nehmen.

Lesen Sie Hier mehr zum Versicherungsrecht

Unsere Anwälte für Versicherungsrecht werden Ihnen gerne bei unklaren Fragen helfen. Bei einer kostenlosen Erstberatung schätzen wir vorab für Sie Ihre Erfolgschancen ein und empfehlen Ihnen in weiteren Schritten Ihre Handlungsmöglichkeiten.

Für die Prüfung des Versicherungsfalls und schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, schreiben Sie uns einfach über das Kontaktformular oder senden uns eine Email. Gern können Sie sich auch unverbindlich per Email oder Telefon an uns wenden.

Foto: Tama66/pixabay.com

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema

VERSICHERUNGSRECHT79
Versicherungsrecht Das Versicherungsrecht regelt die Rechte und Pflichten zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsgeber. Versicherungsrecht Es umfasst Rechtsvorschriften für die Sozialversicherung und die Privatversicherung (Privatversicherungsrecht). Versicherungen sind Verträge zwischen zwei Parteien, dem Anbieter und dem Versicherungsnehmer. In ihnen sind Leistungen festgelegt, die bei einem Unglücksfall zur Auszahlung kommen sollen. Rechtsnormen im Versicherungsrecht: Neben den allgemeinen Rechtsnormen des BGB, HGB, AGBG etc. v.a. das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB). Sie können uns in allen Versicherungsstreitigkeiten beauftragen. Insbesondere sind wir tätig bei folgenden Versicherungen:
Bei der Lebensversicherung handelt es sich um eine Individualversicherung, die den Tod der versicherten Person wirtschaftlich absichert. Dazu wird ein Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen, indem vereinbart wird, dass eine bestimmte Versicherungsleistung im vertraglich vereinbarten Versicherungsfall an den Versicherungsnehmer oder einen anderen Bezugsberechtigten ausgezahlt wird. Eine Lebensversicherung kann in eine Risikolebensversicherung oder Kapitallebensversicherung unterschieden werden. Risikolebensversicherungen schützen die finanzielle Absicherung der Familienangehörigen des Versicherten, sollte dieser sterben.
Die Kapitallebensversicherung dient sowohl als Altersvorsorge sowie als Absicherung der Familie im Todesfall. Zum Vertragsende wird der angesparte Betrag mit Zinsen ausgezahlt.
Rentenversicherungen dienen ebenfalls der Altersvorsorge und werden teilweise auch als Steuermodell verkauft. Sie gehören in den Bereich der Sozialversicherungsrechts. Gerade aber bei Kündigungen oder Widerruf von Rentenversicherungen vertreten wir Sie gern.
  • Private Haftpflichtversicherung
Die Privathaftpflichtversicherung versichert gegen Schadensersatzforderungen, die auf Grund von (auch grob) fahrlässigem Verhalten anfallen.
Die BU-Versicherung garantiert die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente im Falle einer eintretenden Berufsunfähigkeit. Versichert ist die berufliche Leistungsfähigkeit des Versicherungsnehmers in Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Nicht selten kommt es dabei zu Rechtsstreitigkeiten, denn von Seiten der Versicherer wird genauestens untersucht, ob tatsächlich eine Zahlungsverpflichtung vorliegt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient letzlich dem Schutz vor Armut, sollte man nicht mehr in der Lage sein, am Erwerbsleben teilzunehmen.
  • Unfallversicherung und Invalidität
  • Hausratversicherung
Als reine Sachversicherung schützt die Hausratversicherung die Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände des Haushalts vor Feuer- und Wasserschäden oder Einbruch und ersetzt auch die möglichen Reparatur- und Aufräumkosten.
  • KFZ-Versicherungen
Neben der KFZ-Haftpflichtversicherung, die jeder verkehrsteilnehmende Fahrzeuginhaber zwingend abschließen muss, gibt es auch Teil- und Vollkaskoversicherungen, die Schäden am eigenen Fahrzeug z.B. aus Unfällen oder durch Unwetter erstatten.
  • Sozialversicherungen
Krankenversicherungen und Rentenversicherungen fallen in den Bereich des Sozialrechts. Bei Streitigkeiten im Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht kooperieren wir mit einem erfahrenen Fachanwalt für Sozialrecht.
Rechtsschutzversicherungen dienen der Absicherung der Kosten eines Rechtsstreits in einem eintretenden Rechtsschutzfall. Leider werden bei neueren Verträgen immer mehr Risikoausschlüsse in den Versicherungsvertrag (ARB) eingebaut, so dass es immer häufiger zu eienr Ablehnung der Deckung des Rechtsschutzfalles kommt. Hier lohnt es sich oft einen versierten Rechtsanwalt mit einer Deckungsanfrage und ggf. Deckungsklage zu beauftragen.
Ihre Ansprechpartner im Versicherungsrecht sind: Rechtsanwältin Grit Rahn Rechtsanwalt Knud J. Steffan