BGH: Beraterhaftung bei falsch berechneter Rendite

Beraterhaftung bei falsch berechneter Rendite

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Grundsatzurteil AZ: III ZR 144/10 vom 17.02.2011 entschieden, dass ein Finanzberater, der Wertpapiere mit falsch berechneter Rendite verkauft, haftet– und zwar selbst dann, wenn der Fehler nicht bei ihm entstanden ist.

Der konkrete Fall:
Ein Finanzvermittler erklärte einem Ehepaar die erwartete Rendite beim Kauf von Anteilen an einem geschlossenen Immobilienfonds in Höhe von 75.000 DM – heute 38.200 € – anhand einer vom Fondsanbieter erstellten Modell-Rechnung. Er versprach den Kunden dabei eine kontinuierliche Erhöhung um 3 bis 4 Prozent nach dem dritten Jahr, je nachdem wie stark die Mieten steigen würden.
Der gravierende Berechnungsfehler lag darin, dass der prognostizierten Wertentwicklung durch die Modell-Berechnung des Fondsanbieters unausgesprochen der gesamte vom Ehepaar eingebrachte Betrag zugrunde lag, obwohl der tatsächliche Anteilswert nach Abzug von Provisionen, Gebühren und andere Nebenkosten, nur rund 29.400 € betrug. Rund 12 Prozent der insgesamt abgezogenen 20 Prozent waren dabei für Provisionen verwendet worden. Hierüber hätte der Vermittler den Anleger aufklären müssen.
Der BGH rechnete vor, dass die Kunden nach Abzug selbst bei einer Wertsteigerung um 3 Prozent auch nach zehn Jahren ihre Beteiligungssumme von 38.300 € noch nicht erreicht hätten.

Haftung des Anlageberaters:
Den Anlageberater trifft eine Pflicht zur Prüfung der Plausibilität der von ihm verwendeten Berechnungsmodelle. Bei der Überprüfung der Zahlen der Fondsanbieter hätte er somit den Fehler bemerken müssen. Unterlässt es der Berater, den Kunden auf erkennbare Fehler hinzuweisen, haftet er für den entstandenen Schaden des betroffenen Anlegers.

JUSTUS rät:
Ob als Finanzberater oder Anleger. Sind sie sich nicht sicher, ob und in welcher Höhe Ihnen Schadenersatzansprüche aus Beratungshaftung bestehen oder verjährt sind, holen Sie sich rechtzeitig Rat bei einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Für eine mündliche oder schriftliche Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, vereinbaren Sie einfach telefonische einen Termin oder senden uns eine Emailanfrage über das Kontaktformular. Für die Erstberatung entsteht Ihnen eine Gebühr in Höhe von netto 80,- €, die bei weiterem Vorgehen angerechnet wird.
 

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
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