Anwaltshaftung, die Haftung des Rechtsanwaltes

Die Anwaltshaftung oder Anwaltshaftungsrecht:

Anwaltshaftung

Auch wenn gerade Rechtsanwälte streng geprüft werden und ihren Beruf meist sehr gewissenhaft und sorgfältig ausüben, so passieren in jeder Kanzlei Fehler, die auf Mensch oder Tecknik zurückzuführen sind. Da diese Anwaltsfehler dem Mandanten zugerechnet werden und oft teuer sind, gibt es für Rechtsanwälte die Berufshaftpflichtversicherung.

Sie sind oder waren anwaltlich vertreten und haben eine Frist versäumt, Verjährung ist eingetreten, in den Urteilsgründen steht etwas von unschlüssiger Klage oder verspätetem Vortrag? Dann muss wahrscheinlich ihr Rechtsanwalt für diese Pflichtverletzung haften und Ihnen den Schaden ersetzen.

Haftung des Rechtsanwaltes:

Die Anwaltshaftung bezeichnet die Haftung des Anwalts gegenüber der eigenen Mandantschaft oder auch gegenüber Dritten.

Zwischen Mandant und Rechtsanwalt wird ein Anwaltsvertrag geschlossen, welcher rechtlich gesehen in der Regel einen Geschäftsbesorgungsvertrag (§ 675 BGB) in Form eines Dienstvertrages darstellt (611 ff. BGB). Aus diesem Anwaltsvertrag ergeben sich neben der Pflicht zur ordnungsgemäßen Leistungserbringung auch die Fürsorgepflicht des Rechtsanwalts gegenüber seinen Mandanten, die zur Anwaltshaftung führen kann.  Das Rechtsgebiet, das sich mit der Anwaltshaftung befasst, nennt man Anwalthaftungsrecht.

Die wesentlichen Pflichten des Anwalts zur Vermeidung der Anwaltshaftung sind:

  • Vollständige Sachverhaltsaufklärung
  • Detaillierte, ausführliche Rechtsprüfung
  • Umfassende Rechtsberatung und Belehrung
  • Organisation, insbesondere Wahrung von Fristen

Schadenersatz:

Rechtlich ergibt sich die Anwaltshaftung aus §§ 280 ff. BGB oder auch §§ 823 ff. BGB. Der durch den anwaltlichen Fehler entstandene Schaden muss ersetzt werden. Dies ist z.B. der eingeklagte Betrag oder die verjährte Forderung zuzüglich Zinsen und Kosten der Rechtsverfolgung.

Der eingetrete Schaden muss kausal durch den Anwaltsfehler verursacht worden sein, also hierdurch entstanden sein. Geht also ein Rechtsstreit wegen eines Anwaltsfehlers verloren, ist ein Schadensersatzanspruch gegen den Rechtsanwalt nicht gegeben, wenn das Ergebnis des Vorprozesses dem materiellen Recht entspricht. BGH, Urteil vom 25. Oktober 2012 – IX ZR 207/11

Es ist auch keine Kürzung der Anwaltsvergütung wegen Pflichtverletzung möglich.

Berufshaftpflichtversicherung zahlt den Schaden:

Da diese Anwaltsfehler dem Mandanten zugerechnet werden und oft teuer sind, gibt es für Rechtsanwälte die Berufshaftpflichtversicherung.

Rechtsanwälte sind von Gesetz wegen verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen und zu unterhalten (§ 51 BRAO). Die Mindestversicherungssumme beträgt 250.000,- EUR für jeden Versicherungsfall.

Es gibt allerdings nur in Ausnahmefällen einen Direktanspruch gegen den Versicherer, so dass der Schaden gegen den Rechtsanwalt geltend gemacht werden muss.

Fristen und Verjährung:

Früher gab es spezielle Verjährungsfrist bei der Anwaltshaftung. Heute verjähren dei Ansprüche auf Schadenersatz aus anwaltlicher Pflichtverletzung in drei Jahren ab Kenntnis oder grob fahrlässiger Unkenntnis des Anapruches, § 195 BGB. Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt mit dem Ende des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist, § 199 BGB.

Beispiel:  Ein Mandant hat im Jahr 2017 einen Rechtsstreit wegen unzureichender Prozessführung verloren. Der Schadensersatzanspruch des Mandanten gegen seinen Anwalt verjährt am 31.12.2020.

Justus rät:

Wir sind auf das Anwaltshaftungsrecht spezialisiert und vertreten Sie bei Problemen und Haftungsfragen mit ihrem Rechtsanwalt. Meist werden diese Fälle von der normalen Rechtsschutzversicherung übernommen.

Kostenfreie Erstberatung:

Für eine kostenfrei Erstberatung und Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung schreiben Sie uns über das Kontaktformular, Email oder rufen uns einfach an.

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