Insolvenz der Treuk AG: Anleger sollten Schadenersatz fordern

Nach der Insolvenz der Kölner Treuk AG müssen die Anleger den Totalverlust ihres investierten Geldes befürchten. Das Insolvenzverfahren wurde am Amtsgericht Köln am 26. Oktober eröffnet (Az.: 75 IN 356/17).

Treuk AG

Gläubiger können nun ihre Forderungen gegen die Treuk AG beim Insolvenzverwalter anmelden. Der Totalverlust ist zu befürchten. Denn Nachrangdarlehen werden im Insolvenzverfahren nachrangig behandelt.

Lebensversicherungen im Tausch gegen Nachrangdarlehen

Anleger der Treuk AG haben sicherere Kapitalanlagen wie Lebensversicherungen oder Bausparverträge gegen Nachrangdarlehen eingetauscht und sind damit ein hohes Risiko eingegangen.

Bereits seit längerem war das Geschäftsmodell der Treuk AG in der Kritik. Schon 2015 berichtete der NDR, wie über den „Ratgeber für Finanzen e.V.“ die hochriskanten Finanzprodukte der Treuk AG vertrieben wurden. Statt sicheren Renditen aus bestehenden Lebensversicherungen und Bausparverträgen, wurde den Anlegern empfohlen, zum Beispiel in hochriskante Nachrangdarlehen zu investieren. Nachrangigkeit bedeutet, dass Auszahlungsansprüche im Falle der Insolvenz eines Unternehmens erst nach den Forderungen aller anderen Gläubiger bedient werden.

Nach Recherchen des NDR bestanden nicht nur personelle Verflechtungen zwischen dem angeblich gemeinnützigen Verein und der Treuk AG, sondern die Vermittler der Kapitalanlagen sollen sich sogar fälschlich als Mitarbeiter von Verbraucherzentralen ausgegeben haben.

Das Totalverlust-Risiko bei Nachrangdarlehen wird gerne verschwiegen und Anleger werden mit hohen Renditeversprechen gelockt. Allerdings hätten die Anleger über die Risiken von Nachrangdarlehen zwingend aufgeklärt werden müssen. Wurde diese Informationspflicht verletzt, können Schadensersatzansprüche gegen die Berater und Vermittler geltend gemacht werden.

Verbraucherzentrale rät zu Geltenmachung von Schadenersatz

Die Verbraucherzentrale Hamburg rät betroffenen Anlegern zur Prüfung ihrer Verträge bei Vermittlung, um möglichen Schadensersatz gegen Berater und Vermittler wegen einer fehlerhaften Beratung geltend zu machen.

Justus rät: Kostenfreie Erstberatung

Dies tun wir auch und bieten Ihnen als erfahrene Fachkanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht die kostenfreie Erstberatung ihrer Schadenersatzansprüche und Einholung der Deckungszsage bei ihrer Rechtsschutzversicherung an. Rufen Sie uns an oder füllen gleich unser Kontaktformular aus. Innerhalb weniger Tage erhalten Sie unsere kostenfreie Ersteinschätzung.

Ansprechpartner:
Grit Rahn
Rechtsanwältin
E-Mail: Rahn@kanzleimitte.de

Telefon: 030-440 449 66
Telefax: 030-440 449 56

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Mehr zum Thema

BANK- UND KAPITALMARKTRECHT234
Bank- und Kapitalmarktrecht "Es ist gut, dass die Menschen ihr Geldsystem nicht verstehen, denn sonst hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution" Henry Ford Achtung: Absolute Verjährung, taggenau 10 Jahre ab Zeichnung bzw. Vertragsschluss  Bankrecht und Kapitalmarktrecht: Begriffsbestimmungen und rechtliche Grundlagen Das Bank- und Kapitalmarktrecht umfasst zwei in der Tradition und in der Ausformung völlig unterschiedliche Rechtsgebiete: Das Bankrecht ist ein althergebrachtes traditionelles Rechtsgebiet mit einer Fülle von Rechtsfragen vom Allgemeinen Teil des BGB bis hin zum speziellen Recht der Ausführungsverordnungen zum Kreditwesengesetz. Das Kapitalmarktrecht hingegen – als Begriff noch Anfang der siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts weitgehend unbekannt – stellt in Deutschland ein vergleichsweise junges und spezielles Rechtsgebiet dar, welches in den letzten Jahren eine nahezu beispiellos stürmische und dynamische Entwicklung durchlaufen hat und sich nach wie vor in Bewegung befindet. Bankrecht Zum tief im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Bankrecht gehören im Wesentlichen das Recht des Kredit- und Einlagengeschäfts der Kreditinstitute, des Zahlungsverkehrs, des Wertpapier- und Depotgeschäfts sowie die damit verbundenen Haftungsfragen, z. B. infolge fehlerhafter Beratung oder Aufklärung. Weiterhin zählen dazu das spezialgesetzlich geregelte Scheck- und Wechselrecht. Berührungspunkte bestehen insbesondere zum Handels- und Gesellschaftsrecht. Kapitalmarktrecht Kernbereiche des Kapitalmarktrechts, die Regelungen zum Insiderhandel, der Marktmanipulation, Publizitätspflichten und besondere Verhaltenspflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind im WpHG – auch als Grundgesetz des Kapitalmarktrechts bezeichnet – verankert. Hinzu kommen das Börsenrecht, das InvG, das Prospektregime nach VerkaufsprospektG und WpPG sowie das Recht der Unternehmensübernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften. Zahlreiche Gesetze – wie z. B. KWG, GwG, AktG, HGB oder auch das StGB – enthalten weitere für das Kapitalmarktrecht bedeutende Normen oder stehen mit diesem in unmittelbarem sachlichen Zusammenhang. Ergänzt werden die gesetzlichen Regelungen durch eine Fülle von Verordnungen, Satzungen, Richtlinien, Verwaltungsvorschriften, Mitteilungen (z. B. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin) und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (z. B. Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte).   Ansprechpartner: Enrico Weide, Rechtsanwalt Susanne Störmer, Rechtsanwältin Stephanie Schulze, Rechtsanwältin Knud J. Steffan, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht