ERGO: Riester-Kunden haben zu hohe Verwaltungskosten gezahlt

ERGO: Riester-Kunden haben zu hohe Verwaltungskosten gezahlt – fehlerhafte Antragsformulare bei Kaiser-Rente der Hamburg-Mannheimer

Circa 12.000 Kunden der ERGO-Tochter Hamburg-Mannheimer (HMI) wurden im Rahmen der Kaiser-Rente zu hohe Verwaltungskosten in Rechnung gestellt, weil bestimmte Antragsformulare aus dem Jahr 2005 einen niedrigeren Kostensatz enthielten als die späteren Verträge. Dieser Fehler sei der Antragsabteilung bereits im Oktober 2005 bekannt gewesen, so ERGO.

Riester-Kunden profitieren von abweichendem Antrag

Bis zum 14. Juli 2011 hatte die ERGO Lebensversicherung ungefähr 12.000 Kunden identifiziert und angeschrieben, bei denen im Jahr 2005 ein fehlerhaftes Antragsformular benutzt wurde. Bei den betroffenen Kunden würde laut ERGO eine Vertragsanpassung vorgenommen werden, womit diese Kunden in den Genuss der auf den Antragsformularen aufgeführten günstigeren Verwaltungskosten kommen würden.

Druckvorlage enthielt veraltete Kostensätze

Die zu niedrigen Kostensätze in dem betroffenen Antragsformular aus dem Jahr 2005 resultierten aus der Verwendung einer falschen Druckvorlage; dort waren noch die alten Kostensätze aufgeführt. Der Riester-Tarif war zum Jahreswechsel 2004/2005 von der ERGO umgestellt worden, weil man ihn an den tatsächlichen Bedarf anpassen wollte.

Betroffen sind Anträge auf Riester-Rentenversicherungsverträge (sogenannte Kaiser-Rente) der ERGO-Tochter Hamburg-Mannheimer (HMI). Der Fehler befände sich, nach Angaben von ERGO, auf dem Nachdruck des Formulars vom Juni 2005 mit der Nummer 50033971-06.2005. Man könne aber auch auf den hinteren Seiten des Antrags im Kleingedruckten überprüfen, ob man Betroffen ist. Fehlerhaft sei der Antrag, wenn dort unter der Nummer 8.2 „Verwaltungskosten“ ein summierter Kostensatz von 5,5 Prozent stehen würde; korrekterweise hätte dort 9,5 Prozent stehen müssen.

Sollte Ihnen die Überprüfung Ihrer Antragsunterlagen nicht allein gelingen, oder verstehen Sie die erfolgte Neuberechnung seitens der ERGO-Versicherung nicht, prüfen wir gerne im Rahmen einer Erstberatung, ob ein Vorgehen gegen die ERGO-Versicherung in Ihrem Fall Erfolg verspricht.

Gebühren der Erstprüfung:
Für eine Vorprüfung der Erfolgsaussichten im Rahmen einer schriftlichen Erstberatung entsteht bei den Justus Rechtsanwälten eine Gebühr in Höhe von 80,- EUR plus MwSt. Für die Erstberatung, welche auch die Deckungsanfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung umfasst, füllen Sie bitte einfach unser Kontaktformular aus und teilen uns in Stichworten ihre Frage und den Sachverhalt mit.
Sie können bei uns auch vorab, d.h. unverbindlich und kostenlos anfragen, wie viel eine Beratung, Vertretung oder andere Leistungen kosten würden.

Autor: Robert Züblin, Rechtsreferendar

Ansprechpartner:
Rechtsanwalt Knud J. Steffan
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
JUSTUS Rechtsanwälte & Steuerberater
Eberswalder Straße 26
10437 Berlin

Tel.: 030 / 440 449 66
Fax: 030 / 440 449 56
E-mail: Justus@kanzleimitte.de

Please follow and like us:

Mehr zum Thema

BANK- UND KAPITALMARKTRECHT228
Bank- und Kapitalmarktrecht "Es ist gut, dass die Menschen ihr Geldsystem nicht verstehen, denn sonst hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution" Henry Ford Achtung: Absolute Verjährung, taggenau 10 Jahre ab Zeichnung bzw. Vertragsschluss  Bankrecht und Kapitalmarktrecht: Begriffsbestimmungen und rechtliche Grundlagen Das Bank- und Kapitalmarktrecht umfasst zwei in der Tradition und in der Ausformung völlig unterschiedliche Rechtsgebiete: Das Bankrecht ist ein althergebrachtes traditionelles Rechtsgebiet mit einer Fülle von Rechtsfragen vom Allgemeinen Teil des BGB bis hin zum speziellen Recht der Ausführungsverordnungen zum Kreditwesengesetz. Das Kapitalmarktrecht hingegen – als Begriff noch Anfang der siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts weitgehend unbekannt – stellt in Deutschland ein vergleichsweise junges und spezielles Rechtsgebiet dar, welches in den letzten Jahren eine nahezu beispiellos stürmische und dynamische Entwicklung durchlaufen hat und sich nach wie vor in Bewegung befindet. Bankrecht Zum tief im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerten Bankrecht gehören im Wesentlichen das Recht des Kredit- und Einlagengeschäfts der Kreditinstitute, des Zahlungsverkehrs, des Wertpapier- und Depotgeschäfts sowie die damit verbundenen Haftungsfragen, z. B. infolge fehlerhafter Beratung oder Aufklärung. Weiterhin zählen dazu das spezialgesetzlich geregelte Scheck- und Wechselrecht. Berührungspunkte bestehen insbesondere zum Handels- und Gesellschaftsrecht. Kapitalmarktrecht Kernbereiche des Kapitalmarktrechts, die Regelungen zum Insiderhandel, der Marktmanipulation, Publizitätspflichten und besondere Verhaltenspflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind im WpHG – auch als Grundgesetz des Kapitalmarktrechts bezeichnet – verankert. Hinzu kommen das Börsenrecht, das InvG, das Prospektregime nach VerkaufsprospektG und WpPG sowie das Recht der Unternehmensübernahmen börsennotierter Aktiengesellschaften. Zahlreiche Gesetze – wie z. B. KWG, GwG, AktG, HGB oder auch das StGB – enthalten weitere für das Kapitalmarktrecht bedeutende Normen oder stehen mit diesem in unmittelbarem sachlichen Zusammenhang. Ergänzt werden die gesetzlichen Regelungen durch eine Fülle von Verordnungen, Satzungen, Richtlinien, Verwaltungsvorschriften, Mitteilungen (z. B. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – BaFin) und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (z. B. Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte).   Ansprechpartner: Enrico Weide, Rechtsanwalt Susanne Störmer, Rechtsanwältin Stephanie Schulze, Rechtsanwältin Knud J. Steffan, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht