Ebay Kleinanzeigen: Phishing und Bankbetrug

Phishing Betrüger verwenden oft die Plattform ebay Kleinanzeigen, inzwischen nur kleinanzeigen, um Bankdaten von ebay Verkäufern und dem Bezahlsystem „sicher bezahlen“ abzufischen. Vor Kurem hat das Landgericht Berlin hierzu ein erfreuliches Urteil gefällt und die Bank /Sparkasse zur vollen Zahlung des Schadens verurteilt.

Urteil zu Ebay Kleinanzeigen Betrug und Phishing
Urteil Phishing Kleinanzeigen

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Kleinanzeigen Phishing Betrug: Worum geht es?

Wir vertreten seit Jahren eine Vielzahl von Bankunden, bei denen es um Phishing von sensiblen Bankdaten geht und in der Folge das Leerräumen des oder der Konten des Opfers. Das Prinzip hier ist immer gleich. Ein Verkäufer auf Ebay Kleinanzeigen, heiute kleinanzeigen wird von einem potentiellen Käufer über kleinanzeigen oder whatsapp angeschreiben. Der Käufer bietet an, den Kauf über das Bezahlsystem „Sicher Bezahlen“ abwickeln zu wollen und sendet dem Verkäufer einen Link zur Anmeldung.

Wenn die Opfer diesem Link folgen, gelangen sie auf eine Seite, die der von E-Bay-Kleinanzeigen sehr ähnelt. Die Aufmachung ist professionell, Rechtschreibfehler und ähnliche Hinweise auf eine Fälschung gibt es nicht. Der Nutzer wird auch durch einen Chat Bot in Sicherheit gewogen. Dann müssen die Nutzer Ihre Bankdaten eingeben. Wenn sie das getan haben, haben die Betrüger ihr Ziel erreicht.

In der Folge wird dann das Konto des ahnungslosen Phishing Opfers leergerämt. Oft wird hierzu noch vorab das Überweisungslimit erhöht.

Da die Überweisungen ja vom getäuschten Bankunden nicht gewollt und nicht autorisiert wodren sind, hat er grundsätzlich einen Erstattungsanspruch gegen die Bank oder Sparkasse aus § 675 u BGB.

Gerade in diesen Ebay kleinanzeigen Fällen lehnen die Banken aber oft die Erstattung an den Bankkunden ab. Denn Sie vertreten die Auffassung, der Bankkunde habe grob fahrlässig gehandelt, indem er über den vom potentiellen Käufer zugesandten Link seine Bankdaten in das Formular einträgt. In diesem Fall hat nämlich die Bank einen aufrechenbaren Schadenersatzanspruch gegen ihren Kunden, so dass eine Erstattung des Schadens nicht mehr in Betracht käme.

Urteil des Landgerichts Berlin zu kleinanzeigen Phishing Betrüger

Nun hat das Landgericht Berlin durch Urteil vom 09.02.2024, Az. 38 O 118/23 entschieden, dass bei diesem ebay kleinanzeigen Fall gerade keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht stellte hier fest, dass das Verhalten des Klägers zwar fahrlässig, aber nicht grob fahrlässig gewesen sei. Der Phishing-Versuch war raffiniert und umfasste gefälschte SMS und eine betrügerische Website, die die Bankseite nachahmte und den Kläger in die Irre führte. So verurteilte das Landgericht die Bank zur Zahlung von 12.000,- nebst Zinsen und Kosten des Rechtsstreits an den Kläger.

Erfolgsaussichten einer Klage in Sachen Phishing

Oft hilft nach Ablehnung der Bank nur die Klageeinreichung um den Schaden ersetzt zu erhalten. Hierbei ist immer im Einzelfall zu prüfen, ob eine grob fahrlässiges Verhalten des Phishing Opfers anzunehmen ist oder nicht. Ferner kommt auch immer noch eine Mitschuld der Bank in Betracht.

Es ist daher ganz wichtig, dass Sie sich hier frühzeitig an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden.

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