Investfinans AB: Anlegern droht Totalverlust

Bei der Investfinans AB mit angeblichem Sitz in Hägersten, Schweden sind mehrere tausend Anleger aus Deutschland einem riesigen Betrugsfall erlegen.

Investfinanz AB bezeichnet sich als führendes Unternehmen für Investments in Skandinavien.

Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben Projektentwickler und Bauträger sowie Investoren aus dem privaten Bereich und institutionelle Anleger. Der Tätigkeitsbereich wird mit der Beratung in Immobilien, Factoring, Projektentwicklung und dem Management von Transaktionen umrissen.

Das Unternehmen spiegelte Seriosität vor, indem es auf diversen Presseportalen erschien. Dabei warb man mit dem angeblich „größten schwedischen Immobilienfond” dem “Investfinans AB”. Anleger sollten Renditen mit „Festgeldern“ zwischen 3 – 9 % bekommen, wobei die Gelder der Anleger sogar über das schwedische Einlagensicherungssystem abgesichert sein sollte. Jedoch scheinen die Angaben von Investfinans AB diesbezüglich alle falsch zu sein. Das Unternehmen arbeitet sogar ohne die erforderliche Erlaubnis der schwedischen Finanzmarktaufsicht.

Investfinans AB: Anlegern droht Totalverlust

Investfinans AB entpuppt sich als Briefkastunternehmen

Es stellte sich nun heraus, dass es sich bei Investfinans AB um ein Briefkastenunternehmen ohne Umsätze und Gewinne handelte. Anleger wurden mit falschen Angaben wie „Festgeld“ oder der schwedischen Einlagensicherung ihrer Gelder geködert, um ihr Geld dem Unternehmen zu überlassen.

BaFin gab Rückabwicklung des Einlagengeschäfts schon auf

Das Unternehmen arbeitet ohne die erforderliche Erlaubnis der schwedischen Finanzmarktaufsicht.

Aufgrund des Verdachts wegen Geldwäsche und Betrug ließ die Svenska Handelsbanken das Konto von Investfinans sperren. Nach einer Investorenwarnung der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) vom 21.02.2019 vor der Firma wurde nun auch von der BaFin tätig. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat am 03.04.2019 die Rückabwicklung des Einlagengeschäfts aufgegeben. Der Investfinans das Einlagengeschäft untersagt und dessen unverzügliche Abwicklung angeordnet.

Hoffnungsschimmer für Anleger

Jedoch wurde Anlegern mitgeteilt, dass ihr gezahltes Festgeld wenigstens wieder zurückbezahlt werden würde. Auch bei einer Großbank konnte offensichtlich noch ein höherer Betrag sicher gestellt werden, bei dem Anleger versuchen können, auf diesen zuzugreifen.

Justus rät:

Wenn Sie Anleger solch einer Beteiligung sein sollten, warten Sie nicht bis der Verlust oder Verjährung eintritt, sondern wenden sie sich umgehend an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht.

Lassen Sie außerdem prüfen, ob die Banken, bei denen Investfinans AB ein Konto eröffnete, eine ordnungsgemäße Identitätsprüfung des Unternehmens durchgeführt haben. Bei einem Verstoß gegen diese Kontrollpflicht könnten mögliche Schadensersatzansprüche gegen die Bank entstanden sein.

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Foto: © Daniel Reche/pixabay.com

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Bankrecht und Kapitalmarktrecht:
Begriffsbestimmungen und rechtliche Grundlagen

Das Bank- und Kapitalmarktrecht umfasst zwei in der Tradition und in der Ausformung völlig unterschiedliche Rechtsgebiete: Das Bankrecht ist ein althergebrachtes traditionelles Rechtsgebiet mit einer Fülle von Rechtsfragen vom Allgemeinen Teil des BGB bis hin zum speziellen Recht der Ausführungsverordnungen zum Kreditwesengesetz. Das Kapitalmarktrecht hingegen – als Begriff noch Anfang der siebziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts weitgehend unbekannt – stellt in Deutschland ein vergleichsweise junges und spezielles Rechtsgebiet dar, welches in den letzten Jahren eine nahezu beispiellos stürmische und dynamische Entwicklung durchlaufen hat und sich nach wie vor in Bewegung befindet.

Bankrecht

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Ansprechpartner:


Enrico Weide, Rechtsanwalt
Susanne Störmer, Rechtsanwältin
Stephanie Schulze, Rechtsanwältin
Knud J. Steffan, 
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht