Verbraucherschutz beim Onlinebanking

Verbraucherschutz beim Onlinebanking
Ein gefundenes Fressen für Hacker
In einer Welt, in der immer weniger Menschen für Überweisungen die Räumlichkeiten der Banken aufsuchen, sondern regelmäßig das Internet benutzen, besteht die Gefahr, dass Hacker diese Erweiterung der Möglichkeiten missbrauchen. Die Missbrauchsgefahr wurde regelmäßig dadurch flankiert, dass im Falle des Missbrauchs der Verbraucher hohe Hürden überwinden musste, um den Geldverlust im Onlinebanking von der Bank zurückzuerhalten.

Der Anscheinsbeweis als hohe Hürde beim Oninebanking
Die soeben erwähnte hohe Hürde wurde bis jetzt durch den sog. Anscheinsbeweis begründet. Danach musste der Verbraucher regelmäßig für einen Anspruch gegen die Bank zunächst beweisen, dass er den Zahlungsvorgang im Rahmen des Onlinebankings nicht autorisiert hat. Begründet wurde diese hohe Beweishürde dadurch, dass der Kunde regelmäßig sowohl im Besitz des PIN als auch der TAN-Nummer ist und somit eine Missbrauchsgefahr extrem gering ist. Erst wenn der Verbraucher diesen Beweis erbringen konnte, bestand die Möglichkeit einen Anspruch gegen die Bank durchzusetzen. Dieser Standpunkt wird nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshof jedoch nicht mehr verfolgt (vgl. Urteil vom 26. Januar 2016 – XI ZR 91/14).

Stichwort Unüberwindbarkeit
Der Bundesgerichtshof führt aus, dass der Anscheinsbeweis nur unter bestimmten Kriterien angeführt werden darf. Dies ist dann der Fall, wenn geklärt ist, dass im konkreten Fall das eingesetzte Autorisie-rungsverfahren zum Zeitpunkt der strittigen Überweisung praktisch unüberwindbar gewesen ist.
Mit Blick auf die Zukunft kann somit davon ausgegangen werden, dass die Bank in einem ersten Schritt beweisen muss, dass ihr Autorisierungsverfahren unüberwindbar gewesen ist. Erst im Anschluss daran kann sie sich auch auf den Anscheinsbeweis gegenüber dem Kunden berufen, sodass für diesen durch die Rechtsprechung eine erhebliche Beweiserleichterung stattfindet.

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